Brunnen sind kostspielig und sollten geachtet werden

Brunnen sind kostspielig und sollten geachtet werdenZittau, 29. Juli 2022. Wir Menschen sind schon eine seltsame, vor allem unlogisch handelnde Spezies, obgleich doch wohl jede und jeder meinen, sie seien vielleicht sogar besonders klar in ihren Gedanken. Das mag an der im Verlauf der Evolution insgesamt noch immer schwach ausgeprägten Vernunftbegabung liegen, entschuldigt aber nicht die immer wieder zu Tage tretende Unvernunft. Sichtbar wird das an Zerstörungen jedweder Art. In Zittau werden immer wieder die Brunnen Opfer strotzender Dummheit.

Abb.: Der Brunnen Reitbahnstraße am 20. Juni 2022. Ist das Wasser mit Chemikalien versetzt, muss es mit einigem Aufwand entsorgt und der Abwasserbehandlung zugeführt werden. Zudem kommt man nicht umhin, den Brunnen zu reinigen

Foto: Stadtverwaltung Zittau

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Vandalismus und Altersschäden belasten das Stadtsäckel

Die Beseitigung von Vandalismusschäden an den Brunnen in Zittau ist eine deutliche Belastung für den städtischen Haushalt. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu gezielten Verunreinigungen der Brunnen, die aufwendige Reinigungsarbeiten und oft Reparaturen zur Folge hatten. Doch nun eskaliert das, was man auch Brunnenvergiftung nennen könnte: Allein im Jahr 2022 sind bereits zweimal der Brunnen vor dem AWO-Wohnheim am Heinrich-Heine-Platz, zweimal der Brunnen am Spielplatz Reitbahnstraße und einmal der Brunnen im Paradiesgarten verunreinigt worden.

Jedes einzelne Mal gehen tausende Liter Trinkwasser verloren. Oberbürgermeister Thomas Zenker appelliert daher zum wiederholten Mal an die Vernunft der Menschen im öffentlichen, also dem gemeinsamen Stadtraum aller Zittauerinnen und Zittauer: "Gerade die Brunnen sind allen Menschen in unserer Stadt lieb und teuer. Sie sorgen für mehr Luftfeuchtigkeit im Innenstadtbereich und Parks und sind besonders an heißen Tagen Magnet für unsere Gäste aber besonders auch für unsere Kleinsten. Da sind solche Verunreinigungen keine Scherze mehr und sorgen mindestens vorübergehend für trockene Brunnen. Sicher hat jeder in der Jugend mal über die Stränge geschlagen, aber wenn wir mehrfach die gleichen Brunnen reinigen müssen, dann sprengt das den Rahmen und beschert uns ausgerechnet in einem Jahr, wo in allen Bereichen steigende Kosten zu befürchten sind, hohe ungeplante Ausgaben."

Marktfrauenbrunnen kann erst im kommenden Jahr wieder sprudeln

Die historischen Brunnen in Zittau sind nicht nur ein Schatz, sondern auch beliebt bei Einheimischen wie Touristen. Die Stadt lässt sich das etwas kosten und treibt enormen Aufwand für die Unterhaltung der öffentlichen Brunnen. Die Kosten dafür werden im Stadthaushalt eingeplant – und dennoch: Nicht immer kann jedes Brünnlein am fließen gehalten werden, so wie derzeit der Marktfrauenbrunnen auf dem Klosterplatz.

Der Marktfrauenbrunnen wird für den rest des Jahres 2022 ohne Wasser bleiben. Nach eingehender Untersuchung durch eine Fachfirma ist sehr wahrscheinlich die Saugleitung zwischen Brunnen und Brunnenschacht undicht. Da für eine Reparatur größere Erdarbeiten in bis zu fünf Meter Tiefe notwendig sind, schätzt das Referat Tiefbau der Stadtverwaltung die Reparaturkosten auf mindestens 10.000 Euro – ein Betrag, bei dem eine sorgfältig arbeitende Stadtbverwaltung abwägen muss, wie er eingeordnet werden kann. Ergebnis der Überlegungen: Um den städtischen Haushalt im laufenden Jahr nicht mit ungeplanten Kosten in dieser Größenordnung zu belasten und keine weitere Tiefbaumaßnahme inmitten der laufenden Bausaison zu beginnen, wird die Reparatur in das kommende Frühjahr zu verschieben.

Schön wäre es freilich, wenn es noch vor Beginn der Brunnensaison klappt und sich keine Dummfinger mehr an den Brunnen der Stadt vergreifen.

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  • Quelle: red | Foto: Stadtverwaltung Zittau
  • Erstellt am 29.07.2022 - 09:01Uhr | Zuletzt geändert am 29.07.2022 - 09:37Uhr
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