Wie weit darf die Kontrolle der Kinder gehen?

Wie weit darf die Kontrolle der Kinder gehen?Zittau, 2. August 2019. Eltern stecken heutzutage in einem Dilemma: Sobald die Kinder zur Schule gehen, steigt für diese mehr und mehr der soziale Druck, ein Smartphone zu besitzen. Außerdem ist die heutige Elterngeneration oft ganz besonders besorgt um ihren Nachwuchs und will um jeden Preis alle nur denkbaren Risiken von ihm fernhalten. Mit einem Smartphone und modernen Apps können Kinderaktivitäten gut überwacht werden, allerdings sollten Eltern mit offenen Karten spielen und nicht den Eindruck vermitteln, die Welt sei ein besonders gefährlicher Ort.
Abbildung: Wenn Kinder nur noch mit dem Handy oder einem Computer beschäftigt sind, müssen Eltern aktiv werden

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Apps verhindern für Kinder riskanten unkontrollieren Handyzugang

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Kindern ein Smartphone zu geben ist Fluch und Segen zugleich: Sicher gibt es ein sicheres Gefühl, das Kind ständig erreichbar zu wissen und von diesem erreicht werden zu können. Andererseits wird das Kind mit dem Smartphone Risiken wie dem Zugang zu jugendgefährdenden Websites und Spielen sowie der Kontaktaufnahme durch Fremde ausgesetzt. Zudem verhindert die zeitfressende Beschäftigung mit den mobilen Minicomputer, Erfahrungen in der realen Welt zu sammeln.

Wie das gemeint ist? Dazu ein kurzes Gleichnis. Wer mit seinem Auto in unbekannten Gegenden immer nur nach dem Navigationsgerät fährt, wird nie erleben, was es abseits der von der Software nach vorgegebenen Kriterien ermittelten "optimalen Route" zu entdecken gibt. Um was so ein Navigationsgerät nicht alles betrügt: An einer Tür klingeln, um nach dem richtigen Weg zu fragen und dabei Menschen kennenzulernen. Abgelegene, heimelige Gaststätten, interessante Gebäude und verborgene Winkel der Heimat entdecken. Lernen, ungewöhnliche Situationen zu meistern, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. So gesehen war im Vor-Handy-Zeitalter vieles einfacher, Kinder konnten herumstromern, es gab nur wenige Verhaltensregeln und Eltern machten sich erst dann Sorgen, wenn ihr Kind zur vereinbarten Zeit nicht wieder zu Hause war.

Die Neugier der Eltern braucht eine ehrliche Basis

Andererseits ist heutzutage zu verstehen, dass Eltern den Aufenthaltsort ihrer Kinder kennen möchten, zumal, wenn die Möglichkeit dazu technisch gegeben ist. Smartphone-Anwendungen wie die FamiSafe - Kindersicherung App ermöglichen dieses und noch viel mehr. Allerdings sollten Eltern, bevor sie eine solche Software mit meist beträchtlichem Funktionsumfang – sprich: umfassenden Überwachungsmöglichkeiten – auf dem Handy installieren, mit ihrem Kind darüber sprechen. Am einfachsten geht das, wenn das Kind zum ersten Mal ein Smartphone selbständig benutzen darf. Dann gilt Vertrauen gegen Vertrauen: Du bekommst das Smartphone nur, wenn wir wissen, was Du damit machst.

Risiken der realen wie auch der digitalen Welt eindämmen

Neben der Anzeige des aktuellen Aufenthaltsortes kann mit einer solchen App auch der Standortverlauf dokumentiert werden. Die vorwurfsvolle Frage "Wo bist du gewesen?" erübrigt sich, was natürlich weder eine übertriebene Kontrolle fördern noch das abendliche Gespräch über den Tag unterdrücken soll. Dennoch: Wohl überall gibt es Orte, an denen sich Kinder nicht aufhalten sollten. Das können bestimmte Straßen, aber auch eine Industriebrache oder der abgesperrte Baggersee sein. Geofencing erlaubt es, Eltern zu benachrichtigen, wenn das Kind ein solches Areal betritt oder ein anderes, zum Beispiel das Schulgelände oder das Haus eines Freundes, verlässt. Auch lassen sich an bestimmten Orten wie im Schulhort Videospiele verhindern, ohne die erwünschten Funktionen des Smartphones einzuschränken.

Fakt ist: Die digitale Welt macht es Kindern nicht einfacher, sich zu orientieren, was gut und was schlecht für sie oder andere ist. So werden bereits Kinder Opfer von Cybermobbing oder beteiligen sich sogar daran, ohne die Konsequenzen für Betroffene abschätzen zu können. Nimmt man alle Funktionen von FamiSafe unter die Lupe, so fällt in dieser Beziehung eine Funktion auf, die verdächtigen Text in der Kommunikation des Kindes – auch anhand selbst festgelegter Stichwörter – erkennt. So können Eltern Mobbing und andere ungewöhnliche, dem Kind nicht zuträgliche Kommunkation erkennen, bevor eventuell dramatische Situationen eintreten.

Nutzung von Bildschirmgeräten generell begrenzen

Die nachteilige Wirkung der intensiven Nutzung elektronischer Bildschirmgeräte auf die Entwicklung des kindlichen Hirns ist umstritten, denoch scheint es schlüssig, eine ausufernde Nutzung zu verhindern. Apps wie die im Beispiel genannte erlauben nicht nur, bestimmte Websites oder Apps zu blockieren oder deren Verwendung zu protokollieren, sondern auch die Handynutzung generell auf eine bestimmte Stundenzahl pro Tag zu limitieren. Ebenso kann festgelegt werden, wann und an welchem Ort das Kind welche App nutzen darf. Auch hier bleiben die anderen Handyfunktionen immer erhalten.

Auf die rechtlichen und moralischen Grenzen der Überwachung achten

Manche der einschlägigen Apps gehen noch weiter. Sie erlauben es, Telefonate mitzuhören oder den Aufenthaltsort des Kindes per Handymikrofon und Handykamera zu überwachen. Rechtlich ist das schwierig einzuordnen: Während die Nutzung eines Smartphones als Babyphone zur Überwachung eines Säuglings durch seine Eltern wohl harmlos ist, wird die Angelegenheit spätestens bei der heimlichen Überwachung Erwachsener strafbar.

Aus praktischer Sicht beschränken sich die sogenannten Überwachungs-Apps in aller Regel wirklich darauf, kleinere Kinder vor den Gefahren des Alltag und der Cyberwelt zu schützen. Wird der Schulweg eingehalten? Bei welchem Freund hat der Nachwuchs wieder einmal die Zeit vergessen? Je älter die Kinder werden, umso eher lernen Sie zudem, bestimmte Überwachungs-Apps auszutricksen, indem sie nicht erfasste Chatfunktionen nutzen oder mit Datumseinstellungen experimentieren. Deshalb gilt: Basis für die Anwendung einer solchen Familien-App sollten immer ein gutes Vertrauensverhältnis und klare Regeln sein – und eine anliegende Internet-Verbindung sowieso. Aber auch das wird ja in Zittau wie im ganzen Landkreis Görlitz immer besser, wie sich im Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur nachvollziehen lässt..












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  • Quelle: TEB | Foto: ID 7721622, Pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Erstellt am 01.08.2019 - 20:47Uhr | Zuletzt geändert am 02.08.2019 - 09:18Uhr
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