Erosionsschutz wird zunehmend wichtiger

Erosionsschutz wird zunehmend wichtiger Zittau, 30. Juli 2022. Bodenerosion ist ein natürliches Phänomen, dem der Naturpark Zittauer Gebirge etwa den Berg Oybin, den Töpfer, die Kelchsteine und die Jonsdorfer Felsenstadt zu verdanken hat. Allerdings ist Bodenerosion auch in Deutschland längst zu einem verbreiteten Problem geowrden: Rund 15 Prozent der Ackerböden sollen hierzulande durch Erosion gefährdet sein. Als Hauptursachen für Bodenerosion gelten fehlende Vegetation und die falsche Bewirtschaftung der Ackerböden.

Abb.: Der Berg Oybin mit seine Burg- und Klosteranlage ist ein Ergebnis der Erosion. Abtragungsgebiet für den Sandsteinmonolithen war, so wird angenommen. die aus dem Kreidemeer herausragende Lausitzer Insel. Die Kreidezeit begann mit dem Ende des Jura vor rund 145 Millionen Jahren und endete mit dem einsetzenden Paläogen vor etwa 65 Millionen Jahren.

Foto: © Zittauer Anzeiger

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Natürliche und künstliche Maßnahmen gegen die Erosion

Um der Erosion entgegenzuwirken ist es wichtig, wirksame sowie nachhaltige Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Welche Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen und was sollte man im Zusammenhang mit Bodenerosion wissen sollte, das hat sich der Zittauer Anzeiger angeschaut.

Was genau ist Erosion?

Man spricht von Bodenerosion, wenn Erde entlang der Bodenfläche abgetragen wird. Allgemein unterscheidet man zwischen Bodenerosion durch Wasser, Bodenerosion durch Wind sowie durch Erosion durch Eisbildung, das wegen der Anomalie des Wassers – es hat bei vier Grad Celsius sein kleinstes Voilumen – gewaltige Sprengkraft entwickelt, wenn es etwa in Ritzen gefriert. Während die sogenannte Winderosion maßgeblich von der Windgeschwindigkeit abhängig ist, wird die Wassererosion durch lang anhaltende oder starke Regenfälle begünstigt.
Darüber hinaus gibt es noch eine vierte Art von Bodenerosion. Diese kann durch eine starke Neigung beziehungsweise ein starkes Gefälle verursacht werden kann.

Zwar ist Bodenerosion ein vollkommen natürlicher Prozess, durch die landwirtschaftliche Bodenbearbeitungden als Natureingriff des Menschen hat sich allerdings daraus ein erhebliches Problem entwickelt. Hauptsächlich findet Bodenabtrag inzwischen auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen statt. Diese Bodenerosion kann sowohl kurzfristige als auch langfristige Schäden hinterlassen. Man geht davon aus, dass in Deutschland schätzungsweise 1,4 bis 3,2 Tonnen Boden pro Hektar durch Erosion abgetragen werden, was zu einer immer größer werdenden Gefahr für die natürliche Funktion und landwirtchaftliche Nutzung der heimischen Böden wird.

Was sind die Ursachen für Bodenerosion?

Neben fehlender Vegetation ist vor allem eine falsche Bewirtschaftung von Ackerflächen eine der Hauptursachen für die vom Menschen begünstigte Erosion. Beispielsweise verdichten sich die Böden durch den Einsatz schwerer landwirtschaftlicher Maschinen, wodurch der Boden seine Wasseraufnahmefähigkeit verliert. Dadurch kann Regenwasser nicht in den Boden sickern, sondern fließt oberflächlich ab, was nicht nur Erosion verursacht, sondern außerdem eher zu Überschwemmungen führt. Auch die Art der Bepflanzung beeinflusst die Bodenerosion. Bei Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Winterweizen beispielsweise bleibt auf dem Boden viel Platz zwischen den Pflanzen, wodurch die Erosion begünstigt wird.

Doch nicht nur Ackerflächen müssen gegen Bodenabtrag geschützt werden. Starkes Gefälle, das ebenfalls zu Erosion führen kann, erzeugt der Mensch häufig an Böschungen und Ufern, aber auch an Lärmschutzwällen oder bei anderen Bauvorhaben. Um die entsprechenden Flächen langfristig gegen Bodenerosion zu schützen, gibt es unterschiedliche Lösungsansätze und Maßnahmen.

Wie lässt sich Bodenerosion eindämmen?

Um Bodenerosion effektiv einzudämmen ist es zunächst einmal wichtig, die entsprechenden Bodenflächen möglichst das ganze Jahr über zu bepflanzen, bestenfalls in Mischkulturen. Auch empfiehlt es sich, das sogenannte Mulchsaatverfahren zu betreiben. Soll nach der Ernte im gleichen Jahr keine Folgekultur angebaut werden, muss nach der Haupternte möglichst schnell die Aussaat einer Zwischenfrucht erfolgen.

Darüber hinaus bieten Erosionsschutzmatten und Erosionsschutzgewebe, Vliesstoffe und Drainagematten, wirksamen Schutz gegen Bodenabtrag. Sie werden vor allem für Straßengräben, für die Hangsicherung oder für die Sicherung von Uferzonen eingesetzt. Hochwertige Produkte im Bereich Erosionsschutz sind aus natürlichen Materialien gefertigt und weisen ein hohes Bodenrückhaltevermögen auf.

Zusammenfassung

Die wichtigste Produktionsgrundlage des Menschen für Lebensmittel sind fruchtbare Böden, doch schon jetzt ist die Bodenerosion in vielen Teilen der Welt ein Faktor für Hunger. Mehr Erosionsschutz ist somit nicht nur wünschenswert, sondern unabdingbar. Anbetracht des Klimawandels und der dadurch erhöhten Anzahl trockener Tage wird auch in Deutschland die Erosionsgefahr durch Wind weiter zunehmen.

Erosionsschutzmaßnahmen fördern die Bodenfruchtbarkeit und somit den landwirtschaftlichen Ertrag, durch Pufferzonen lässt sich die Auswaschung von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln mindern. Nur wenn die Böden langfristig widerstandsfähig und fruchtbar bleiben, lassen sie sich ausreichend effizient für die Nahrungsmittelproduktion nutzen.

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  • Quelle: red | Foto: © Zittauer Anzeiger
  • Erstellt am 30.07.2022 - 08:12Uhr | Zuletzt geändert am 30.07.2022 - 13:27Uhr
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