Datensicherung in kleineren Unternehmen – oft ein vernachlässigtes Thema

Datensicherung in kleineren Unternehmen – oft ein vernachlässigtes ThemaZittau, 10. Februar 2022. Die Sicherung von digitalen Daten ist eine Aufgabe, die gerade in kleineren und mittleren Unternehmen nicht immer nach den aktuellen Standards durchgeführt wird. Dies kann zum Verlust von Daten führen. In diesem Artikel geht es darum, wie auch kleinere Unternehmen ihre Informationen richtig sichern können und wie im Falle eines Datenverlusts zu reagieren ist. Warum sind Backups für Unternehmen so wichtig?

Abb.: Vor allem Angriffe mit Verschlüsselungssoftware, aber auch schlichte Hardware-Ausfälle oder Softwarefehler machen systematische Datensicherungen im betrieblichen wie im privaten Bereich zwingend nötig

Bildquelle: Pete Linforth, Pixabay License

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Warum sind Backups für Unternehmen so wichtig?

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Durch die zunehmende Digitalisierung sind Unternehmen in der Regel auf digitale Systeme angewiesen. Die meisten Informationen werden nur noch in digitaler Form gespeichert. Für Überweisungen und die Kontrolle von eingehenden Zahlungen ist das Internet notwendig. Auch die Buchhaltung und Steueranmeldungen laufen längst digital. Dies gilt heutzutage sowohl für Betreiber eines Onlineshops, als auch für Handwerksbetriebe.

Ein Ausfall der digitalen Technik bedeutet meistens, dass auch das Kerngeschäft betroffen ist und teilweise gar nicht mehr funktioniert. Noch schlimmer ist ein Datenverlust, denn im schlimmsten Fall gehen Informationen unwiederbringlich verloren. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen mit systematischen Datensicherungen solchen Szenarien vorbeugen.

Eine Strategie für die Datensicherung aufbauen

Jedes Unternehmen sollte die optimale Backup-Strategie für die eigene Situation entwerfen. Dies gilt auch für kleinste Betriebe und Einzelunternehmer. Gerade für kleinere Unternehmen ist es wichtig, die eigenen digitalen Daten zu schützen, denn bei einem Verlust ist das Geschäft oftmals insgesamt bedroht. Dies gilt besonders für Unternehmen, die komplett vom Onlinehandel abhängig oder im Bereich der IT-Dienstleistungen tätig sind.

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum eine Backup-Strategie regelrecht Pflicht ist. Ein wichtiger Grund ist, dass ein Backup gegen Ransomware schützt. Bei einer Attacke mit Ransomware werden die Inhalte von Festplatten und Servern verschlüsselt. Eine Wiederherstellung ist nur über eine Sicherungskopie möglich.

Ebenso wichtig ist es, Sicherheitssoftware gegen Malware einzusetzen. Jedoch bietet auch die beste Software keinen absoluten Schutz von Hackerangriffen. Menschliche Fehler oder Zero-Day-Exploits sind immer potenzielle Bedrohungen, die einen Hackerangriff möglich machen. Dann droht ein Datenverlust.

Die richtige Backup-Strategie muss nicht teuer sein. Wer sich an der 3-2-1-Regel orientiert und die passenden Lösungen wählt, hat nur niedrige monatliche Kosten bei einer sehr hohen Sicherheit. Dies ist beispielsweise die Kombination aus einem Datenserver, einem lokalen NAS sowie einem Cloud-Backup bei einem externen Dienstleister.

Was ist die 3-2-1-Regel?

Sicherheitsexperten geben für die Datensicherung klare Empfehlungen. Eine der bekanntesten Richtlinien ist die 3-2-1-Regel. Diese Regel setzt die folgenden Eckpunkte fest:


    • drei Datenkopien
    • zwei Speicherarten
    • eine externe Sicherung

Durch mehr als eine Sicherungskopie soll verhindert werden, dass aufgrund von unglücklichen Zufällen oder einer Attacke mit Ransomware die Daten verloren gehen. Zwei unterschiedliche Speichertechnologien stellen sicher, dass Hacker es schwieriger haben, alle Systeme für das Backup zu identifizieren. Die räumliche Trennung ist wichtig, um zu verhindern, dass ein Feuer oder eine Naturkatastrophe alle digitalen Daten vernichten. Wer beispielsweise die Daten nur mit einem lokalen NAS sichert, verliert im Falle eines Brandes alle Daten.

Die letzte Sicherung ist die sogenannte Golden Copy. Diese befindet sich entweder Offline oder ist anderweitig vom internen Netzwerk getrennt. Diese Golden Copy ist somit nicht direkt und permanent über das Netzwerk erreichbar. Lösungen hierfür sind beispielsweise die Cloud, eine ausgelagerte Festplatte oder auch ein magnetisches Bandlaufwerk. Diese eigentlich veraltete Technologie erweist sich bei Angriffen mit Ransomware als sichere Methode für das Backup.

Die Golden Copy ist die letzte Verteidigungslinie gegen Ransomware. Selbst wenn die Daten im System sowie eine Sicherung von den Hackern kompromittiert wurde, ist das vom Netzwerk getrennte Backup weiterhin vorhanden. Von dieser Golden Copy ist dann eine Wiederherstellung der Daten möglich.

Was tun, wenn Datenträger beschädigt sind?

Es gibt verschiedene Situationen, in denen der Worst Case eintrifft und auf die Daten nicht mehr zugegriffen werden kann. Dies gilt vor allem dann, wenn keine optimale Strategie für die Datensicherung implementiert war. Potenzielle Szenarien sind ein Hackerangriff, bei dem alle Daten verschlüsselt wurden, oder auch eine Überflutung der Geschäftsräume, die Server und Backup-NAS getroffen hat.

In solchen Fällen ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren und Experten für die Datenrettung hinzuzuziehen. Auf diese Situationen haben sich Datenrettungsunternehmen spezialisiert. Diese Unternehmen helfen, wenn Informationen verschlüsselt oder die Datenträger beschädigt sind.

Gerade kleinere Unternehmen setzen auf praktische Backup-Lösungen wie mit einem NAS. Die Festplatten in einem NAS können durch einen Hardwaredefekt, eine Attacke mit Ransomware oder auch durch eine Überflutung wie im Sommer 2021 im Ahrtal beschädigt werden. Auch fehlerhafte RAID-Konfigurationen oder ein Ausfall des NAS-Controllers können dafür sorgen, dass ein Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich ist.

In diesem Fall hilft eine NAS Datenrettung oftmals weiter. Die Spezialisten bei den Datenrettungsunternehmen sind in der Lage, die Daten auf solchen Festplatten wiederherzustellen. Wichtig ist, dass Selbstversuche unterlassen werden, denn diese können dazu führen, dass die Daten unwiderruflich verloren sind. Die Festplatten oder die komplette NAS müssen zur Datenrettung an das Unternehmen geschickt werden. Dort ist oftmals eine Rekonstruktion mithilfe von Spezialsoftware und Technik für die Datenwiederherstellung möglich.

Fazit

Jedes Unternehmen benötigt eine Backup-Strategie und die entsprechenden Lösungen, um den Schutz der eigenen digitalen Daten zu gewährleisten. Falls es dennoch zu einem Datenverlust kommt, sind Datenrettungsunternehmen der richtige Ansprechpartner. Diese sind in vielen Situationen in der Lage, die Informationen zu retten und können konkrete Anweisungen für die Vorgehensweise geben.

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  • Quelle: red | Bildquelle: TheDigitalArtist / Pete Linforth, Pixabay License
  • Erstellt am 10.02.2022 - 07:38Uhr | Zuletzt geändert am 10.02.2022 - 08:46Uhr
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