Grenzen setzen und Vorbild sein

Zittau, 5. Oktober 2007. Die Szenerie dürfte den meisten Eltern bekannt sein: „Das mache ich nicht mehr mit. Das war das letzte Mal!“, schimpfen Vater oder Mutter. Die eigenen Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Das Vergehen des Kindes? Vielleicht ist es zu spät nach Hause gekommen. „Ich rate jedem, erst mal tief Luft zu holen. Und am besten auch zwei, drei Minuten zu warten, bis der erste Ärger verraucht ist“, sagt Petra Verhees, Stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Sachsen. „Wichtig ist doch vor allem, dass die Botschaft beim Kind ankommt: Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“ Optimal wäre es, dann gemeinsam mit dem Nachwuchs eine Lösung zu suchen, wie solcher Ärger in Zukunft vermieden werden könnte.

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Elternkurse des Deutschen Kinderschutzbundes werden in Zittau gut angenommen

Petra Verhees ist zertifizierte Kursleiterin. Etwa 140 gibt es davon beim Deutschen Kinderschutzbund in ganz Sachsen. Seit 2002 werden Kurse unter dem Motto “Starke Eltern - Starke Kinder®“ sachsenweit angeboten, auch vom Ortsverband Zittau. Und der Trend zeigt aufwärts: Waren es 2005 noch insgesamt 20 Kurse, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 30 Kurse an. In den vergangenen Jahren wurden über die Kurse etwa 1.150 Eltern erreicht und über sie auch 1.800 Kinder. Der Landesverband bildet die einzelnen Kursleiter aus. Für ein Elternteil kosten die 12 Abende 50 Euro, nehmen beide teil, zahlen sie insgesamt 70 Euro.

“Starke Eltern - Starke Kinder®“ soll eine Hilfe für Familien sein und er richtet sich idealerweise an beide Eltern. Pro Woche wird jeweils ein thematischer Schwerpunkt gesetzt. Um das Gehörte zu festigen, bekommen Mutter und Vater eine Wochenaufgabe. „Das kann beispielsweise sein, sich gemeinsam mit den Kindern zu überlegen, welche Normen und Werte der Familie wichtig sind“, sagt Petra Verhees. „Liebe, Respekt, Annahme“, nennt die Kursleiterin die Grundpfeiler der Erziehung. Eltern sollten Grenzen setzen und Vorbild sein.

Die Kurse haben vor allem zwei Aufgaben: Zum einen ermöglichen sie einen Austausch unter den Eltern. Zum anderen werden pädagogische Hilfen und Hintergründe vermittelt. Beispiel: Das Kind hat etwas kaputt gemacht. Oft entfährt einem dann: „Du bist blöd.“ Damit wird das Kind als Person kategorisiert. Was aber tatsächlich für Ärger gesorgt hat, war nicht das Kind an sich, sondern sein Verhalten. Besser wäre also die Kritik: „Das, was du da gemacht hast, war blöd.“

Kontakt:
Deutscher Kinderschutzbund, Landesverband Sachsen e.V.
Telefon: 0351- 421 40 50

Mehr:
https://www.kinderschutzbund-sachsen.de/

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  • Quelle: /red
  • Erstellt am 05.10.2007 - 11:01Uhr | Zuletzt geändert am 07.08.2019 - 22:33Uhr
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