Kreativ und positiv durch den Winter-Lockdown

Kreativ und positiv durch den Winter-Lockdown	Zittau, 14. Februar 2021. Corona-Lockdown und frostig kalter Winter: Für viele nicht nur in Zittau bedeutet das, doppelt lahmgelegt zu sein. Doch es ist interessant zu beobachten, wie viele Menschen nicht jammern, sondern anfangen, sich umzustellen und kreativ auf die Situation und die damit verbundenen Lebensumstände einzugehen.

Abb. oben: Pailettenstickerei, passend zum Valentinstag

Foto: Julita / pasja1000, Pixabay License

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Das Leben geht weiter: das Beste aus den Umständen machen

 Das Leben geht weiter: das Beste aus den Umständen machen

Handgestickte Initialen auf einem Handtuch, ca. aus dem Jahr 1895

Foto: © BeierMedia.de

So mancher hat erstmals seit Jahren wieder einmal die Langlaufskier aus dem Keller geholt, um auf ihnen zum Bäcker oder zum Supermarkt zu gelangen. In Münster, von wo der Görlitzer Anzeiger hin und wieder berichtet, war der Verkehr völlig zusammengebrochen. Keine Busse, LKWs oder Taxen befuhren die Straßen. Den Einwohnern wurde gar geraten, auch bei roten Ampeln nicht anzuhalten – ganz nach dem Motto: Wenn’s rollt, dann rollt’s!".

Von so etwas haben viele Autofahrer schon lange geträumt, allerdings ohne dass im Traum Schnee vorkam. Beobachtet wurde auf dem Münsterschen Hohenzollernring ein Autofahrer, der mit seinem Gefährt versuchte, trotz aller Warnungen durch den Schnee zu kommen, um seine Freundin abzuholen. Keine Chance: Im Schneegestöber blieb er mitten auf der Straße stecken und versuchte, sich den Weg mit einer kleinen Kehrschaufel freizuräumen – vergeblich. Aber er schaffte es gerade so, den Wagen in eine Parkbucht zu bugsieren und ihm für ein paar Tage "Adé!" zu sagen, weiter ging es nur zu Fuß.

Der Schnee hat seine schönen Seiten, auch wenn Sportveranstaltungen und wie im nahen Friedland (Frýdlant) selbst Festivals unter freiem Himmel für den Frühling abgesagt sind: Er absorbiert Geräusche, im Freien ist alles leiser und viele genießen die ungewohnte Stille in der Stadt. Aber – und das darf man nicht vergessen – das Leben geht weiter, nur gerade eben etwas anders als sonst: Geschwister, Eltern, Kinder haben Geburtstag. In der Verwandtschaft kommt ein Baby an, da ist die Freude recht groß, auch wenn der Besuch erst einmal nur digital per Internet möglich ist. Aber was soll man schenken, wie kann man den Seinen unter den schwierigen Bedingungen des Lockdowns eine Freude bereiten? Wenn ein Baby zur Welt kommt, soll es etwas in den Händen halten können, etwas, das vielleicht aufbewahrt wird und noch nach Jahrzehnten ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Einen "Arbeitstitel" für das Baby im Bauch

Viele Eltern verraten noch nicht einmal das Geschlecht des Neuankömmlings, geschweige denn den Namen, jedenfalls vor der Geburt. Manch werdende Eltern entwickeln deshalb extra einen fiktiven Namen für das Kind, wie zum Beispiel Friedrich als "Arbeitstitel" – woran Insider unschwer erkennen, dass die Eltern in der Filmbranche arbeiten. Wenn das der Kleine wüsste! Im konkreten Fall wurde aus dem "Arbeitstitel" der zweite Vorname, was aber sicher nicht der Regelfall ist, denn der Arbeitstitel wird ja nicht ohne Grund so genannt, gilt also nur befristet, bis das Werk – hier das Baby – das Licht der Öffentlichkeit beziehungsweise der Welt erblickt.

Ist der Name – und sei es eben nur der "Arbeitstitel" – aber erst einmal bekannt geworden, dann macht das Vorbereiten von Geschenken doppelt Spaß. So ist es eine schöne Idee, ein Handtuch mit dem Namen des zukünftigen Erdenbürgers zu besticken. Zu Zeiten unserer Urgroßeltern war mit Namen oder Initialen bestickte Wäsche – Hemden, Tücher aller Art, Bettzeug – gängiger Standard, wie man noch heute in manchen Wascheschränken sieht. Das war noch Qualität für Generationen!

Zum selbst besticken fehlt heute allerdings meist die Zeit, zumal, wenn es nicht nur um eine Einzelstück gehen soll. Da ist es gut, dass man – Der Digitalisierung sei Dank! – Handtücher besticken lassen kann. Dabei kommt vor allem der Schenkende auf seinen Spaß. Wird etwa "Friedrich der Erste" eingestickt, wird das Kind etliche Jahre später seine Eltern fragen: "Mama, Papa, was haben wir eigentlich mit Friedrich dem Ersten zu tun?" Im aktuellen Zeitalter des Schenkens per Postpaket macht es Freude, sich etwas Besonderes auszudenken, auch für runde Geburtstage, Jubiläen und andere besondere Anlässe. Gerade bei einem bestickten und vor allem qualitativ hochwertigen Handtuch sollte man nicht unterschätzen, wie langlebig es sein kann – und außerdem kann es der Beschenkte Zeit seines Lebens mit einem Schmunzeln benutzen! Wer möchte schon Geschenke haben, die ins Regal gehören, um den Schenkenden nicht zu beleidigen – und dann auch noch regelmäßig abgestaubt werden müssen, bis sie vielleicht endlich einmal herunterfallen?

Beliebte Sprüche und solche, die man vermeiden sollte

Altbekannt und immer noch sehr beliebt sind Namen oder kleine Sprüche auf Handtüchern und Geschirrtüchern, die man entweder – je nach persönlicher Geduld und persönlichem Geschick – an langen Winterabenden selbst stickt oder eben sticken lässt.

Bewährt und nostalgisch sind "Trautes Heim, Glück allein" oder "Eigner Herd ist Goldes wert". Allerdings weist der weibliche Teil des Redaktionskollegiums angesichts des heutigen Valentinstages darauf hin, dass der Spruch "Ich liebe dich!" auf einem Küchenhandtuch glatt nach hinten losgehen könnte. Hier sollte sich die Männerwelt um etwas Sensibilität bemühen, wenn es diese Spezies auch schwerfällt. Deshalb von den Damen noch ein Tipp: Weit willkommener sei ein Geschirrtuch mit eingesticktem "Papi macht’s!" – so sind sie, die Frauen, wenn man sie Gleichstellung alleine interpretieren lässt!

Zu guter Letzt sei daran erinnert, dass es auch eine Zeit ohne Bildschirmgeräte gab. Handarbeiten waren an den Abenden so selbstverständlich wie gemeinsame Spiele und Bastelarbeiten. Schon hat sich der Begriff "digital detox" eingebürgert, wenn man für ein paar Stunden oder Tage oder wenigstens an den Abenden auf Handy, Computer und TV verzichtet. Was man mit der so gewonnenen Zeit machen soll? Na, sticken! Auf jeden Fall vergeht die Zeit schneller, wenn man sich aktiv beschäftigt und schließlich etwas fertig zu haben, ist auch ein schönes Gefühl. Und – last not least – man hat endlich etwas Neues zu erzählen, wenn man das Telefon dann wieder in die Hand nimmt.

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  • Quelle: red | Foto Love: Julita / pasja1000, Pixabay License; Foto Initialen: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 14.02.2021 - 16:02Uhr | Zuletzt geändert am 14.02.2021 - 18:16Uhr
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