Noch mehr Online Shopping wegen Corona

Noch mehr Online Shopping wegen CoronaZittau, 22. Januar 2021. Die Pandemie hat uns alle in unserem sozialen Leben deutlich eingeschränkt. Auf Konzerte, Barbesuche und den Strandurlaub musste seit dem letzten Frühjahr verzichtet werden. Als Ersatzbefriedigung haben viele Deutsche offenbar das Online-Shoppen gesehen. In der Tat veränderte beziehungsweise verstärkte der Lockdown das Konsumverhalten vieler Menschen. Schon wegen der eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten im stationären Einzelhandel erscheint es selbstverständlich, dass die Menschen innerhalb des letzten Jahres viel öfter im Internet eingekauft haben.

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Für den stationären Einzelhandel dürfte es noch schwieriger werden

Für den stationären Einzelhandel dürfte es noch schwieriger werden

Ob Innere Weberstraße oder Reichenberger Straße (Abb. oben): Nach dem Lockdown steht ein Bummel durch Zittau wieder fest im Plan

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Thema: Corona-Pandemie

Corona-Pandemie

Die Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Außerdem machen die Maskenpflicht und Abstandsregeln den spaßigen Bummel-Trip, insofern überhaupt noch Läden geöffnet sind, zu einem anstrengenden und nervenaufreibenden Ausflug. Dies ist auch in Zittau und der Region deutlich bemerkbar: Während früher modebewusste Frauen aus den Nachbarländern nach Zittau oder Görlitz kamen und dort im Stadtbild oft auffielen, ist das heute nicht mehr so. Nicht nur im Landkreis Görlitz spüren örtliche Modegeschäfte den Konkurrenzdruck der Online-Märkte – Ihnen bleibt im Grunde nichts anderes, als ebenfalls in den Online-Markt einzusteigen – wenn auch mit eher vagen Erfolgsaussichten.

Zwar würden viele auch der Zittauer durchaus gern ihren lokalen Geschäften die Treue halten und weiterhin dort einkaufen, doch gerade während des Lockdowns entdeckten auch jene, die eigentlich lieber in einen Laden gehen, die Vorteile und besonderen Angebote der Online Shops. Heutzutage bieten selbst Marken wie Michael Kors Sales Sortimente an, die sie zu vermutlich unschlagbaren Preisen liefern. Daher besteht die Befürchtung, dass manche der lokalen Händler die Pandemie wirtschaftlich nicht überleben werden.

Einkaufen als Rache an der Situation?

Dadurch, dass die Menschen aufgrund des Lockdowns viel mehr Zeit zu Hause verbringen, kaufen sie – was paradox erscheinen mag – viel mehr. Experten sagen, dass es sich hierbei sogar um "Revenge Buying" handelt. Unter diesem Begriff versteht man, dass die Menschen aufgrund der aktuellen Lage auf vieles verzichten müssen und deswegen vermehrt online bestellen, um sich an der aktuellen Situation zu rächen – Frustkäufe wäre ein anderes Wort dafür.

Der Anstieg in Zahlen

Um sich den dramatischen Anstieg des Online Kaufverhaltens in Deutschland besser vorstellen zu können, hier einige statistische Daten (Quelle: Marktforschungsinstitut Dynata im Auftrag von ChannelAdvisor, veröffentlicht als Infografik auf www.channeladvisor.de sowie unter anderem auf WirtschaftsWoche / Kroker's Look @ IT): Rund jeder fünfte Online Kunde in Deutschland hat im Frühjahr 2020 bei Online-Shops eingekauft, bei denen er oder sie davor noch nie eingekauft hat. Etwa 40 Prozent der Befragten geben an, dass sie während des ersten Lockdowns mehr online gekauft haben als sonst. Insgesamt lässt sich aus der Umfrage schließen, dass etwas mehr als jeder Fünfte mehr Vertrauen ins Online-Shopping entwickelt haben – und das nicht nur bei den älteren, sondern auch bei jüngeren Altersgruppen.

Was kauften die Deutschen im Lockdown vermehrt?

Doch es hat sich nicht nur die Menge des Konsums verändert, sondern auch die Art der gekauften Artikel. Zunächst lag der Fokus auf Artikeln des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel auf Medizin- und Kosmetikprodukten. Ebenso gefragt waren Lebensmittel. Später jedoch gewannen Bücher und Hobbybedarf an Bedeutung und der Fokus verschob sich darauf. Die Leute suchten nach Beschäftigung zu Hause und erwarben zudem neue Elektronikgeräte.

Auch das Thema Mode gewann an Bedeutung. Vielleicht stand mehr Zeit für das Aussortieren zur Verfügung? Jedenfalls kleideten sich viele neu ein – und zwar online. Weil die allermeisten Menschen während der Pandemie weniger rausgehen und überwiegend zu Hause sind, haben sie beim Einkaufen eher auf sportliche und bequeme Mode gesetzt als auf Abendkleidung.

Online-Shopping nach Corona

Auch nach dem Abklingen der Pandemie möchte ungefähr jeder Vierte der Teilnehmer der erwähnten Studie weiterhin öfter online einkaufen als zuvor. Dabei ist laut der Publikation klar, dass sich der Trend zum Online Shopping besonders bei den Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren beliebt gemacht hat. Fast die Hälfte der befragten Jugendlichen hat auch in Zukunft vor, vermehrt online zu shoppen.

Wie sich der Trend wirklich entwickelt, bleibt abzuwarten. Die Zittauer Modefachgeschäfte können immerhin mit Erfahrung und entspechender Beratung punkten und ein Ausflug zum Shopping in Prag (Praha), Reichenberg (Liberec), Breslau (Wrocław) oder Görlitz verpricht einen enormen Spaßfaktor.

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  • Quelle: red | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 22.01.2021 - 08:31Uhr | Zuletzt geändert am 27.01.2021 - 15:58Uhr
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