Orientierung für Touristen in Zittau

Orientierung für Touristen in ZittauZittau, 2. März 2021. Die Zeiten ändern sich: Wo früher ein paar Wegweiser ausreichten, muss es heute ein "Touristisches Fußgängerleitsystem" sein – der Fortschritt macht halt auch um die Metropole der Dreiländeregion keinen Bogen. Aber früher gabe es ja auch Fremdenzimmer für die Fremden und man darf froh sein, das Hotel- und Pensionszimmer noch keinen neuen Wortschöpfungen wie vielleicht "touristische Nachtliegesysteme" anheimgefallen sind.

Abb.: Bei dieser touristischen Multirichtungsfußgängerleitbeschilderung fällt einer der Zittauer Vorzüge auf: Keines der für Touristen elementaren Ziele ist mehr als 900 Meter entfernt – von diesem Punkt

Foto: Stadtverwaltung Zittau

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Immer sehen, wo's langgeht

Dass man was für die Touristen tut ist für Zittau selbstverständlich, ist doch für die alte Stadt am Fuße des Naturparks Zittauer Gebirge der Tourismus ein Faktor, der vielen Unternehmen und deren Mitarbeitern Beschäftigung gibt. Mit den vielen Spuren ihrer Geschichte, weder totsaniert noch scheinmodern aufgepeppt, ist Zittau eine Entdeckung für die Liebhaber historischer Städte inmittemn einer geschichtsträchtigen Region.

"Die Stadt Zittau will ihre Gäste mit Hilfe eines Leit- und Informationssystems empfangen und über ein Fußgängerwegweisungssystem leiten. Neben der reinen Orientierungsfunktion soll das Leit- und Informationssystem auch das Ziel verfolgen, die Sehenswürdigkeiten Zittaus in angemessener Weise zu präsentieren. Mit dem Leitsystem sollen der motorisierte Suchverkehr vermindert sowie die Rad- und Wandertouristen gezielt in die Innenstadt gelenkt werden, um deren touristische Angebote sowie die Angebote von Handel und Gastronomie wahrnehmen zu können", teilt die Stadt Zittau den Anspruch kit, den das Schildersystem erfüllen soll.

Gemeint ist damit: Wer in Zittau ankommt, soll auf den ersten Blick sehen, wo's langgeht, wen ein bestimmtes Ziel gefragt ist. Mehr noch: Angesichts der Schilder könnte man ja auch auf die Idee kommen, eine Sehenswürdigkeit gewissermaßen außerplanmäßig anzugucken oder höchst spontan eine Gastwirtschaft zum Zwecke der Konsumtion aufzusuchen.

Angenehm

Die Schilder sind deutlich, aber nicht aufdringlich, zudem viersprachig, denn neben dem Weltstandard Englisch (A must!) kommen auch Polen und Tschechen dank muttersprachlicher Beschriftung mit dem Schildern klar. Und die kleinen Piktogramme für das Krankenhaus, für Spielplätze, WCs, Parkplätze, das Parkhaus, den Tierpark, das Stadion, die Freilichtbühne und die Tourist-Information.versteht jeder, der überhaupt schon mal in einer Stadt war.

Clever

Für die Erneuerung der Fußgängerbeschilderung wurden gleich zwei Fördertöpfe angezapft. Der erste Teil der Beschilderung war bereits im Jahr 2019 realisiert worden, teilfinanziert durch ein sächsisch-tschechisches Interreg-Projekt. Der zweite und umfangreichere Teil der Beschilderung erfolgt in diesen Tagen, seine Förderung erfolgt mit Hilfe des EFRE-Programms für Integrierte Stadtentwicklung.

Gut beschildert

Die Flächenausdehnung der Zittauer Schilderregion umfasst im Wesentlichen die Zittauer Innenstadt mit den beiden "Quell- und Zielankern", wie es heißt, Hauptbahnhof und Hochschule sowie die beidem größeren "Parkierungseinrichtungen", also Parkplätzen, außerhalb der historischen Innenstadt.

Insgesamt 43 Schilderstandorte sind es, die Wege zu 19 touristischen und drei Zielen amtlichen Charakters weisen. Dabei waren doch die schönsten Stadterkundungen immer jene, bei denen man sich – durchaus absichtlich – hoffnungslos verlaufen hatte und sich schließlich und glücklich spätabends ... aber das sind romantische Geschichten, die nicht zu einem Fußgängerleitsystem passen.

Mehr:
Zittauer Anzeiger vom 02.11.2020: Orientierung für Touristen in der Region Zittau

Kulturzuschlag:
Schildbürger waren besonders klug – bis sie nicht mehr wollten

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  • Quelle: red | Foto: Stadtverwaltung Zittau
  • Erstellt am 02.03.2021 - 18:07Uhr | Zuletzt geändert am 02.03.2021 - 19:07Uhr
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