Nikotin- und Alkoholmissbrauch erfolgreich bekämpfen

Nikotin- und Alkoholmissbrauch erfolgreich bekämpfenZittau, 25. Februar 2020. Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Suchtkrankheiten. Obgleich auch von zunehmender "Internetsucht" gesprochen wird, sind neben anderen Rauschgiften – in der Dreiländerregion um Zittau vor allem Crystal Meth und "Polski Kompott" – die meisten Betroffenen nach Nikotin oder Alkohol süchtig. Diese Abhängigkeit kann Menschen kann seelisch und körperlich kaputt machen, belastet deren Familien und nicht zuletzt die Krankenkassen.

Das Bewusstsein über die Schädlichkeit des Rauchens hat nach dem Rauchverbot in Gaststätten deutlich zugenommen. Alkoholmissbrauch erfolgt oft im privaten Bereich und fällt häufig erst dann auf, wenn er in die Arbeitswelt oder den sozialen Bereich durchschlägt

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Klinikbewertungen wollen Orientierung bieten

Klinikbewertungen wollen Orientierung bieten

Das Reha-Zentrum Mölln der Deutschen Rentenversicherung beispielsweise bietet Nichtrauchertrainings an, bei denen mit Entwöhnungswilligen verhaltentherapeutische Konzepte erarbeitet werden

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Natürlich ist es am besten, wenn man überhaupt keiner Sucht verfällt, doch Leben scheint der eine stärker, der andere weniger dagegen gewappnet. Oft ist es ein tatsächlicher oder gefühlter negativer Dauerstress, der dazu führt, dass Menschen dazu geneigt sind, sich alternative und teils illegale Beruhigungsmittel zu suchen. Dadurch wähnen sie sich entspannt und glauben an eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Vielleicht stimmt das auch kurzfristig, aber langfristig führt dieser Weg mit Sicherheit ins Abwärts. Zu bedenken sind in jedem Fall die gesundheitlichen Risiken auch der legalen Drogen: So ist das Rauchen nicht nur für die Lunge hochriskant und schädlich. Ebenso schädigt der übermäßige und vor allem tägliche Genuss von Alkohol nicht allein die Leber, sondern fördert eine Vielzahl negativer Entwicklungen im Organismus.

Suchtkrankheiten und ihre Vorstufen nicht unterschätzen

Es ist aber nicht nur die persönliche Gesundheit und oft genug soziale Situation, die unter den Krankheitsbildern einer Sucht leidet, denn mit der betroffenen Person leidet auch ihre Familie, da sie durch die Sucht unmittelbar betroffen ist. Insgesamt ergeben sich so schreckliche Zustände, vor allem, wenn zur Sucht der soziale Abstieg hinzukommt.

Ein Ausweg für den Süchtigen kann der Aufenthalt in einer Rehaklinik sein, vor allem, wenn er selbst bestrebt ist, seine Situation zu ändern. Zum Glück für die Betroffenen gilt Sucht in Deutschland als Erkrankung, mit der man lernen muss umzugehen, indem man beispielsweise als Alkoholiker lebenslang trocken bleibt, also auf jeglichen Alkohol strikt verzichtet. In Deutschland existiert eine Vielzahl an Rehakliniken, so dass die Auswahl der passenden, die möglichst auf die betreffende Suchtkrankheit spezialisiert ist, schwierig werden kann. Anders gesagt: Wegen der großen Zahl an verfügbaren Kliniken fällt es den Betroffenen oft sehr schwer, sich für eine Rehaklinik zu entscheiden. Bei dieser Entscheidungsfindung ist vor allem eine Klinikbewertung sehr hilfreich, die eine Orientierung bietet – übrigens auch für Ärzte und medizinisches Fachpersonal, wenn eine Anstellung gesucht wird.

Das Internet lässt heute zu, dass man sich praktisch zu jeder Rehaklinik im Vorfeld Informationen einholen kann. Dabei geht es nicht allein um formale Informationen wie Anschrift, behandelte Krankheitsbilder und verfügbare Therapien, sondern über Selbstdarstellungen hinaus insbesondere um Einschätzungen von Patienten über ihren Aufenthalt und Therapieerfolg, die für eine Beurteilung der jeweiligen Einrichtung hilfreich sind.

Klinikbewertungen helfen bei der Wahl

Wenn eine Klinik mit guten Noten bewertet wurde, dann steigert das die Chance, dort einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erzielen. Für Suchtpatienten, bei denen eine hohe Rückfallgefahr bzw. -quote besteht, ist das besonders wichtig. Gute Orientierung bietet es, wenn die Behandlungseinrichtungen umfassend nach unterschiedlichen Kriterien bewertet werden. Einerseits geht es um die Bewertung der Aufenthaltsqualität aus Sicht des Patienten wie zum Beispiel die Freundlichkeit des Personals und dessen Teamwork oder des gesamten Services, der von der Rehaklinik geboten wird, andererseits werden auch das Therapieangebot und seine Umsetzung bewertet.

Gut geführte Kliniken sind in aller Regel dazu bereit, die nötigen und für potenzielle Patienten hilfreichen Informationen zu teilen und diese entsprechend auf ihrer oder spezialisierten Webseiten zu publizieren. Zugeschnittene Bewertungsportale können durchaus dazu beitragen, Süchtige den Weg zur Genesung einschlagen zu lassen, sie zu motivieren und ihnen dabei zu helfen, ihre Sucht zu bekämpfen.

In Sachsen befinden sich vier Fachkrankenhäuser (Altscherbitz, Arnsdorf, Großschweidnitz und Rodewisch) für Psychiatrie und Neurologie in der Trägerschaft des Freistaats. Ein jedes verfügt über eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie sowie Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug). Außer in Altscherbitz gibt es zudem jeweils eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

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  • Quelle: red | Foto Zigarette: lindsayfox / Lindsay Fox, Pixabay License, Foto Klinik: Harry / HarryStueber, Pixabay License
  • Erstellt am 25.02.2020 - 14:39Uhr | Zuletzt geändert am 25.02.2020 - 16:13Uhr
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