Kriminalität verhindern

Kriminalität verhindernZittau, 24. Oktober 2022. Zwar ist die Kriminalität im Freistaat Sachsen insgesamt rückläufig, doch entlang der Außengrenzen höher als im Binnenland. Um die Kriminalität einzudämmen, gibt es unterschiedliche Ansätze, die jedoch vor allem in ihrer Gesamtheit wirken.

Abb.: Elektronische Lösungen funktionieren quasi im Vorbeigehen, indem Indentifikationsmerkmale erfasst und mit den hinterlegten verglichen werden

Symbolfoto: Susanne Plank, Pixabay License

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Zutrittskontrollsysteme erhöhen die Sicherheit maßgeblich

Thema: Ratgeber

Ratgeber

Guter Rat muss nicht teuer sein, kann aber teure Erfahrungen ersparen. Empfehlungen aus Wirtschaft, Finanzen, Heimwerken, Haushalt, Gesundheit und Ernährung, Erziehung und zum Verhalten.

Der polizeiliche Kontrollschleier entlang der sächsischen Außengrenzen ist eine der Maßnahmen. Erst vor wenigen Tagen hat der CDU Kreisverband Görlitz den Ausbau der Kameraüberwachung gefordert. Dennoch: Zu den wirksamsten Instrumenten zählt sicherlich der Eigenschutz der Bürger und Unternehmen für ihre Objekte.

Zu den gängigen Schutzmaßnahmen gehören Einzäunungen, einbruchhemmende Fenster und verschlossen gehaltene Türen – doch einen absoluten Schutz bietet all das nicht. Zumal ist es ein Irrglaube, dass Einbrecher bevorzugt nachts kommen und einen Einbruch unter Gewaltanwendung vollziehen.

Risiko unberechtigter Zutritt

Eine Methode ist es, sich unbemerkt Zutritt zu verschaffen. Gerade für Unternehmen ist es ein Risiko, wenn sich Betriebsfremde unkontrolliert auf dem Grundstück oder in Gebäuden bewegen. Dabei geht es nicht nur um Diebstahl, sondern gegebenenfalls um das Ausspähen in Vorbereitung eines späteren Einbruchs.

Probate Gegenmittel sind:

    • betriebsfremde Personen stets begleiten
    • betriebsfremde Personen mit einem Badge, einem kleinen Schild an der Kleidung, kenntlich machen
    • eine Zutrittskontrolle installieren

Zutrittskontrolle nutzen

Ein System zur Zutrittskontrolle bringt je nach Ausbaugrad eine Reihe von Vorteilen mit sich. So lässt sich damit gegebenenfalls nicht nur die Arbeitszeit erfassen, sondern auch, wer sich wann und wo aufgehalten hat.

Grundlegender Zweck eines Zutrittskontrollsystems ist aber nicht die Dokumentation, sondern die Festlegung umzusetzen, wer wann Zutritt hat und welche Bereiche er oder sie aufsuchen darf. Abhängig von der Anzahl der zutrittsberechtigten Personen und der Anzahl der zu sichernden Zutrittsbereiche gibt es mehrere Möglichkeiten, mit denen allen Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können.

Wie eine Zutrittskontrolle realisiert wird, dafür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die der Zittauer Anzeiger in fünf Punkten zusammengefasst hat.

1. Zutrittskontrolle durch Personen

Wer hier an den Betriebspförtner in seinem Pförtnerhäuschen denkt, liegt richtig. Es liegt auf der Hand: Für ein Unternehmen ist diese Lösung auf Dauer teuer, andererseits nicht sonderlich zuverlässig.

In anderen Situationen allerdings passt das, etwa wenn Stewards oder Kundenbetreuer Personen anhand vordefinierter Kriterien Einlass gewähren oder nicht. Typisch ist das beim Zugang zu einem Flugzeug. Generell ist die Zutrittskontrolle durch Personen üblich, wenn eine Eintrittskarte erworben wurde. Beim Zutritt zu Kinos, Theatern, Zoos und Freizeitparks wie der "Geheimen Welt von Turisede" bei Görlitz geht es – abgesehen von einer vielleicht notwendigen Alterskontrolle – nicht darum, Personen zu identifizieren, sonder lediglich den Besitz einer Zutrittsberechtigung in Form einer Eintrittskarte zu überprüfen.

2. Mechanische Zugangskontrolle

Bei der mechanischen Zugangskontrolle wird der Zugang in typischer Weise durch ein Türschloss geregelt: Nur, wer über einen passenden Schlüssel verfügt, kann passieren. Verbreitet ist das bei Wohnungen und Garagen, doch es gibt einen entscheidenden Nachteil: Schlüssel können verlorengehen und kopiert werden. Kommt ein Schlüssel eines mechanischen Schließsystems, das Zutrittsberechtigungen ermöglicht, verloren, wird der Ersatz schnell teuer, weil alle betroffenen Schlösser und die Schlüssel gewechselt werden müssen. Deshalb sind solche Systeme heute durch flexibel verwaltbare elektronische Systeme abgelöst.

3. Elektronische Zutrittssysteme

Sicherheitsanforderungen müssen nicht nur Geräte, sondern auch Zutrittskontrollsysteme genügen. Höheren Sicherheitsanforderungen als den an mechanische gestellten genügen elektronische Zutrittskontrollsysteme. Bei solchen Systemen muss ein Code an ein Lesegerät übertragen werden. Früher wurden dafür Karten mit Magnetstreifen verwendet, heute hingegen die RFID-Funktechnologie, wie man sie von Bezahlkarten kennt. Ebenfalls als Code verwendet werden können einzigartige Merkmale von Personen wie der Fingerabdruck oder die Iris des Auges. Der übertragene Code ermöglicht es, im Zusammenhang mit dem Lesegerät zu erfassen, wer wann eine Tür passiert hat.

Es gibt zwei Arten von elektronischen Zugangssystemen:


    • Eigenständige Systeme

      Solche Zutrittskontrollsysteme werden für einzelne Zugangspunkte verwendet. Es handelt sich um sogenannte Standalone-Komponenten, die nicht mit einer Zentrale verbunden sind, sondern die Zugangsentscheidung vor Ort treffen. Das spart Installationsaufwand und ermöglicht den außerdem den Einsatz auch dort, wo etwa ein verkabeltes Online-Zutrittskontrollsystem nicht installiert werden kann.

      Standalone-Komponenten als Zutrittskontrolllösung können jedoch auch in ein größeres Zutrittskontrollsystem integriert werden. Das wäre etwa der Fall, wenn ein Gebäude mit Online-Zutrittskontrollsystem ausgestattet ist und ein etwas entfernter liegendes Nebengebäude Standalone-Komponenten gesichert wird. Ebenso bieten sich bestimmte Standalone-Systeme, die sich leicht in größere Systeme integrieren lassen, für externe Zugangspunkte an.

      Beispiele für Standalone-Komponenten sind digitale Zylinder, mechatronische Zylinder, die Mechanik und Elektronik kombinieren, und elektronische Türschlösser.

    • Online-Systeme

      Online-Systeme werden für größere Standorte mit relativ hohem Zutrittsaufkommen verwendet. Sie sind üblicherweise mit dem Host-Computer der Zutrittskontrollsoftware verkabelt; Funklösungen gelten als anfälliger. Der Echtzeit-Nachrichtenaustausch zwischen den Komponenten und der zentralen Software ermöglicht bei diesen Systemen ein hohes Sicherheitsniveau.

      Darüber hinaus lassen sich Schnittstellen zu vielen anderen Systemen realisieren, beispielsweise können ein Alarmsystem, eine Aufzugssteuerung und anderes mehr eingebunden werden.

4. Mechatronische Zugangskontrolle

Eine Kombination aus Elektronik und Mechanik kann ebenfalls für mehr Sicherheit sorgen. In diesem Fall prüft das elektronische System zunächst die Zugangsberechtigung wie bei einem rein elektronischen System anhand eines Codes, gibt aber erst nach bestandener Prüfung die Möglichkeit frei, mit einem Schlüssel das mechanische Schloss der Tür zu öffnen. Diese Kombination wird typischerweise in Büros mit hohen Sicherheitsanforderungen, privaten Wohngebäuden und Serverräumen eingesetzt, weil hier ein abhanden gekommener Schlüssel oder Code allein keinen Zugang ermöglichen.

5. Physische Zugangssysteme

Physische Zugangssysteme spielen eine wichtige Rolle bei der Zugangskontrolle und der Sicherheit – ein noch so hochwertiges Schloss oder eine noch so hochwertige elektronische Zutrittskontrolle kann noch so gut sein: Wenn die Tür oder das physische Zugangssystem etwa durch Gewalt überwunden werden können, kann die Zutrittskontrolle gegebenenfalls nur den Einbruch registrieren und Alarm auslösen. Daher muss das physische Zugangssystem ganzheitlich und im Einklang mit den Sicherheitsanforderungen betrachtet werden.

Beispiele für physische Zugangssysteme sind
    • Sensorschleusen
    • halbhohe Drehkreuze
    • vollhohe Drehkreuze
    • Dreifuß-Drehkreuze
    • Karusselltüren
    • Sicherheitsschleusen

Unter dem Strich

Ob im privaten oder gewerblichen Bereich, Zugangskontrollsysteme sind unerlässlich, um Gebäude oder Räume vor unbefugten Personen zu schützen. Es ist wichtig, die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen umfassend zu prüfen und sich gegebenenfalls von Sicherheitsfachleuten oder einem der Hersteller von Zugangskontrolllösungen beraten zu lassen. Auch die Kriminalpolizei bietet allgemeine Beratungen zum Schutz vor Einbrechern an. Ziel ist es stets, die Sicherheit eines Ortes, der Personen, die sich dorf aufhalten und der dort befindlichen Gegenstände zu gewährleisten.

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  • Quelle: red | Foto: u_h0yvbj97 / Susanne Plank, Pixabay License
  • Erstellt am 24.10.2022 - 10:39Uhr | Zuletzt geändert am 24.10.2022 - 11:53Uhr
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