Verdächtig gute Jobs – bei der Polizei

Verdächtig gute Jobs – bei der PolizeiZittau, 19. Mai 2021. Geht es um die Frage eines Arbeitsplatzes, dann steht nicht mehr im Mittelpunkt, überhaupt einen Job zu haben, sondern neben dem Einkommen rücken Sinnhaftigkeit der Arbeit, der Spaß an der Arbeit und das, was man Work-Life-Balance nennt, immer mehr in den Vordergrund. Wer als Mann oder Frau Polizist werden möchte, braucht eine gute Portion Motivation.

Abb.: Wird hier der Redaktionswagen des Görlitzer Anzeigers kontrolliert? Nein, das nächtliche Zusammentreffen mit dem "Volkspolizei-Caddy", den es in der "DDR" nie gab, war Zufall

Foto: © Görlitzer Anzeiger

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Hohe Anforderungen an Bewerber

Thema: Ratgeber

Ratgeber

Guter Rat muss nicht teuer sein, kann aber teure Erfahrungen ersparen. Empfehlungen aus Wirtschaft, Finanzen, Heimwerken, Haushalt, Gesundheit und Ernährung, Erziehung und zum Verhalten.

Ganz offenbar wissen viele Leute nicht, welche Aufgaben die Polizei hat; sie sehen Polizistinnen und Polizisten als Handlanger eines Staates, mit dem sie sich nicht identifizieren. Die Videoaufnahmen von Demonstrationen, aus denen heraus Angriffe auf Polizisten erfolgen, kennt wohl jeder.

Die Realität jedoch sieht anders aus: Je nach Struktur, wozu


    • die Bereitschaftspolizei, Kriminalpolizei und Schutzpolizei,
    • die Hubschrauberstaffel und die Hunde- und Reiterstaffel,
    • das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei,
    • die Wasserschutzpolizei,
    • die Spezialeinheiten der Mobilen Einsatzkommandos, der Sondereinsatzkommandos und der GSG 9 sowie
    • die gemeinsamen internationalen Einrichtungen

gehören, ergeben sich unterschiedliche Aufgabenbereiche der Polizei in der Gefahrenabwehr, der Auskunftserteilung und der Hilfeleistung – das nennt man die originären Aufgaben – und darüber hinaus unter anderem in der Strafverfolgung, dem Schutz privater Rechte und unter bestimmten Bedingungen der Verkehrsregelung sowie im polizeinternen Bereich.

Dabei entwickeln sich die Aufgabenbereiche ständig weiter, etwa nimmt die Bedeutung Strafverfolgung der Cyberkriminalität stark zu. Wer Infor­matik, Wirt­schafts­in­for­matik oder Infor­ma­tions- und Kommu­ni­ka­ti­ons­technik studiert hat, ist für den Einsatz auf diesem Aufgabengebiet gefragt. Allerdings wird man allein mit dem Vorsatz “Das mache ich jetzt mal!” noch lange nicht Polizist, die Hürden liegen hoch. Das ist auch gut so, verfügen Polizisten gegenüber den Bürgern doch über ein gewisse Macht und andererseits wird eine gewissenhafte und effiziente Arbeit erwartet.

In der Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Görlitz absolvieren aktuell eine Studentin und ein Student der Hochschule Mittweida ein dreimonatiges Praktikum. Weil beide nach Studienende bei der sächsischen Polizei einsteigen wollen, um gegen die Computer- und Cyberkriminalität mitzuwirken, haben sie mit “IT-Sicherheit” und “Allgemeine und digitale Forensik” die passenden Studiengänge gewählt. Über das Praktikum bei den Cybercops in Sachsen berichtete die Polizei Sachsen auf ihrer Webseite.

Tipp:
Der Vorbereitungsdienst Computer- und Internetkriminalität wird von der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg/O.L. im Landkreis Görlitz begleitet.

Türöffner für eine erfolgreiche EInstellung

Wer – ganz egal in welchem Fachgebiet und in welcher Struktur – einen Beruf bei der Polizei ergreifen will, sollte sich vorab mit den Rahmenbedingungen und Anforderungen auseinandersetzen. Dabei kann ein Praktikum hilfreich sein, um in den Polizeiberuf hineinzuschnuppern und den Alltag der Polizeiarbeit kennenzulernen.

Als Voraussetzung muss man bestimmte Bildungsabschlüsse mitbringen, für eine Ausbildung bei der Polizei mindestens einen Realschulabschluss, alternativ einen Hauptschulabschluss plus eine gesondert abgeschlossene Berufsausbildung. Wer bei der Polizei studieren möchte, braucht – logisch – die Hoch- bzw. Fach­hoch­schul­reife oder einen als gleich­wertig aner­kannten Bildungs­stand. Auch die gesundheitliche und die charakterliche Eignung müssen gegeben sein, nicht zuletzt eine körperliche Mindestgröße von 160 Zentimetern und ein Schwimmnachweis.

Für den ach so nötigen Polizeidienst ist nur geeignet, wer für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintritt, Sachsen fordert zudem die uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft im Freistaat. Am Tag der Einstellung müssen die Bewerber 16 bis 34 Jahre alt sein. Im Dienst sichtbare Piercings und Tätowierungen sind übrigens tabu. Wer all diese Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, auf den oder die kommt noch eine Hürde zu: das Auswahlverfahren bestehen.

So wie bei der Führerscheinprüfung ist man gut beraten, sich gezielt vorzubereiten. Der Ablauf bei einem Polizei Einstellungstest ist online bei privaten Anbietern verfügbar, allerdings weichen die darin enthaltenen Fragen sowie die Auswertung der Antworten vom computergestützten Einstellungstest, wie er im Auswahlverfahren erfolgt, ab – schon deshalb, weil sich die Tests von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Dennoch, ob nun Polizei-Fachwissen, Allgemeinwissen, logisches Denken und weitere Wissensgebiete: Ein Test verschafft ein Gespür dafür, welche Anforderungen bestehen.

Vorbereiten sollte man sich ebenfalls auf den Sporttest und das direkte Gespräch, während eigener Einfluss auf die medizinische Untersuchung eher nicht besteht. Wer mit dem Polizistenberuf liebäugelt, sollte sich über mehrere Monate hinweg auf das Auswahlverfahren vorbereiten.

Tipp:
Bei manchen der genannten Kriterien können unter Umständen Ausnahmen gemacht werden, beispielsweise vielleicht dann, wenn ein hochspezialisierter Computerexperte die geforderte Mindest-Körpergröße nicht erreicht.

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 19.05.2021 - 15:20Uhr | Zuletzt geändert am 19.05.2021 - 16:33Uhr
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