Lüften ohne großen Wärmeverlust

 Lüften ohne großen WärmeverlustZittau, 11. Februar 2021. Ein Vorteil des kalten Winterwetters ist zweifellos die klare Winterluft, die wohl jedermann als angenehm empfindet, wenn man nicht gerade gottserbärmlich friert. Immer wieder sieht man an Wohnhäusern, wie die Fenster weit geöffnet werden, um die "gute Luft" hereinzulassen.

Abb.: Beschlagene Fenster oder gar Eisblumen an den Scheiben deuten auf zwei Probleme hin: Zu schlechte Wärmedämmung der Fenster und eine viel zu hohe relative Luftfeuchtigkeit.

Foto: Jill Wellington, Pixabay License

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Richtiges Lüften – und wie moderne Haustechnik dabei helfen kann

Richtiges Lüften – und wie moderne Haustechnik dabei helfen kann

Besonders Räume, in denen sich Personen gemeinsam aufhalten, sollen während der Corona-Pandemie regelmäßig gut gelüftet werden. Bei den aktuell eisigen Temperaturen sind dem Grenzen gesetzt, außerdem geht Wärme verloren, was weder umweltfreundlich noch sparsam ist. Besonders Schulen werden wohl oder über Lüftungsanlagen installieren müssen.

Foto: Michael Gaida, Pixabay License (Bild bearbeitet)

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Allerdings kann zu häufiges oder ungünstiges Lüften die Heizkosten sprunghaft in die Höhe treiben – zusätzlich zum Energieverbrauch in der anhaltenden Frostperiode. Richtig lüftet, wer die Raumluft möglichst schnell gegen Frischluft austauscht. Das geht besonders gut, wenn ein Zimmer Fenster an gegenüberliegenden Wänden hat, dann kann man mit Querlüften einmal kurz für Durchzug sorgen.

Ziel ist es dabei, war die Luft auszutauschen, aber den Raum – etwa die Wände und die Möbel – nicht auskühlen zu lassen. Das spart nicht nur Heizenergie, sondern die kalte Frischluft erwärmt sich schneller als wenn eine Heizung einen ausgekühlten Raum wieder durchwärmen müsste. Moderne Heizsysteme, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten, bräuchten dafür außerdem relativ viel Zeit. Genau dieser unnötige Wärmeverlust tritt aber ein, wenn jemand anstelle des Stoßlüftens die Fenster nur ankippt, denn statt die Luft schnell auszutauschen fließt bei für längere Zeit gekippten Fenstern Wärmeenergie kontinuierlich ab. Wärme verhält sich ähnlich wie Wasser: Sie sucht den Weg des geringsten Widerstands – und der Spalt eines angekippten Fensters macht der Wärme den Weg frei, weil die sich langsamer austauschende Luft mehr Raumwärme ins Freie mitnimmt.

Kostensparendes Lüften per Wärmetauscher

Mit moderner Haustechnik lässt sich das Problem jedoch auf elegante Weise lösen: Wer eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert, kann Räume belüften, ohne maßlos Energie und damit Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Die Verbraucherzentrale hat Tipps zum Lüften zusammengestellt und weist dabei auf die Vorteile einer Lüftungsanlage auch beim Lärm- und Einbruchschutz hin, wenn Fenster verschlossen bleiben können. Außerdem können entsprechende Anlagen Pollen und Schadstoffe aus der Frischluft filtern und auch das Insektenproblem hat sich damit erledigt, ohne die Plagegeister zu vernichten oder die Fenster mit Gaze abzudichten. Solche Lüftungsanlagen lassen sich dezentral für einzelne Räume einbauen und sind sinnvoll im Neu- wie im Altbau. Im Zweifel kann bei der Verbraucherzentrale in Zittau eine Energieberatung in Anspruch genommen werden.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist vielen der Wert des richtigen beziehungsweise häufigen Lüftens erst richtig bewusst geworden – das betrifft nicht nur Privat-, sondern auch Unterrichts- und Arbeitsräume. Für das regelmäßige Lüften sprechen jedoch auch bauphysikalische Gründe. Besonders Räume, in denen es zu hoher Luftfeuchtigkeit kommt, profitieren davon. Bei der gegenwärtig frostigen Luft kann man das gut nachvollziehen: Warme Luft, wie sie zuweilen besonders schnell in der Küche und im Bad auftritt, kann mehr Wasser aufnehmen als kühlere Luft, Frostluft – nicht ohne Grund auch trockene Luft genannt – enthält gar kein Wasser. Öffnet man nun das Bad- oder Küchenfenster, kondensiert das enthaltene Wasser in der Frostluft sofort und wird als Nebelschwaden sichtbar. Im frostigen Sibirien ist es übrigens ein beliebtes Kinderspiel, aus einem Becher Wasser in die Luft zu werfen: Es gefriert sofort und fällt als Schnee zu Boden.

Bauschäden und Mecker vermeiden

Wenn sich das in warmer Luft enthaltene Wasser an kühleren Außenwänden oder an den Fenstern niederschlägt, kann das zu Bauschäden bis hin zur Schimmelbildung führen. Gerade hinter Möbeln bleibt der Schimmel oftmals zunächst unbemerkt und die schädlichen Schimmelsporen können sich weiter verteilen. Statt des ständigen Fenster-auf-und-zu oder zentraler Be- und Entlüftungsanlagen können dezentrale Anlagen, die zudem weniger Installationsaufwand erfordern, eine günstige Option sein. Obgleich solche Anlagen vollautomatisch arbeiten, erlauben – nach Ausführung – Fernbedienung oder WLAN-Steuerung die Anpassung an besondere Situationen: So sorgt etwa die Party-Funktion für noch mehr frische Luft, ohne dass Lärm durch ein geöffnetes Fenster nach außen dringen würde. Das vielleicht Wichtigste: So eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bringt nicht nur den Vorteil, dass die Lüftung auch dann funktioniert, wenn niemand zu Hause ist, sondern auch für den beliebten Ruf mancher Zeitgenossen “Es zieht!” gibt es nie wieder Anlass.

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  • Quelle: TEB | Foto gefrorenes Fenster: JillWellington / Jill Wellington, Pixabay License; Foto offene Fenster: MichaelGaida / Michael Gaida, Pixabay License (Bild bearbeitet)
  • Erstellt am 11.02.2021 - 11:42Uhr | Zuletzt geändert am 11.02.2021 - 12:35Uhr
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