Schambehaftete Krankheiten: einen Arzt komfortabel von zu Hause aus konsultieren

Schambehaftete Krankheiten: einen Arzt komfortabel von zu Hause aus konsultierenZittau, 7. August 2020. Noch immer sind vielen bestimmte Krankheiten und Symptome peinlich. Trotz der breiten Aufklärung über Krankheiten und Symptome suchen viele bei "peinlichen Krankheiten" lieber Rat im Internet als mit dem Hausarzt darüber zu sprechen. Vielen ist zwar klar, dass der Arzt täglich mit den unangenehmen oder peinlichen Symptomen zu tun hat, trotzdem können sie ihre Hemmschwelle nicht überwinden und dem Doktor alles erzählen. Diesem Problem schafft Telemedizin Abhilfe.

Abb.: Ärzte bevorzugen noch immer meist die Präsenz des Patienten, weil sie meinen, sich so von seinem Zustand ein ganzheitlicheres Bild machen zu können. Für Patienten wiederum ist die Videosprechstunde oftmals eine willkommene Erleichterung

Foto: Alterio Felines, Pixabay License

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Distanz der Fernbehandlung ein Vorteil

Seit 2018 ist Telemedizin in Deutschland offiziell anerkannt. Anfangs wenig genutzt, stieg der Anteil an virtuellen Sprechstunden 2019 stetig. Seit dem Ausbruch des Corona-Virus hat sich diese Entwicklung beschleunigt, da bei hochinfektiösen Krankheiten, wie COVID-19 die Telemedizin ihre Vorteile sehr gut ausspielen kann. Telemedizinunternehmen wie KRY können aktuell einen großen Anstieg der virtuell durchgeführten Sprechstunden verzeichnen. Es ist möglich, binnen Minuten einen Termin bei einem Arzt zu buchen und ohne das Haus zu verlassen, den Rat eines Fachmannes einzuziehen.

Aber nicht nur im Fall Corona hat die räumliche Distanz Vorteile. Da man meist in einer virtuellen Sprechstunde mit Ärzten spricht, die einem völlig unbekannt sind, fällt es vielen Patienten, die via Telemedizin behandelt werden, leichter, schambehaftete Krankheiten und Symptome anzusprechen. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und insbesondere Geschlechtskrankheiten sind vielen Betroffenen sehr unangenehm und werden bei dem Besuch des Hausarztes, mit dem man in der Regel bekannt ist, nicht immer angesprochen. Vielen fällt es sogar schwer, beim Anruf der Arztpraxis der Arzthelferin oder dem Arzthelfer den Grund für den Terminwunsch zu nennen.

Hemmschwelle sinkt durch Telemedizin

Im Setting der Telemedizin spricht man in den meisten Fällen von zu Hause aus über ein Videosystem mit einem fremden Arzt. Hier fällt es vielen Patienten leichter, sich zu öffnen und alle Probleme, seien sie noch so schambehaftet, anzusprechen. Neben dem Komfort in den eigenen vier Wänden sorgt besonders die "Anonymität", die durch die räumliche Distanz und den fremden Arzt suggeriert wird, dafür, dass die Hemmschwelle deutlich sinkt. Noch sind keine Daten erfasst, doch es ist davon auszugehen, dass der Anteil der schambehafteten Krankheitsfälle, die durch Telemedizin untersucht werden, deutlich höher ist, als in den herkömmlich durchgeführten Sprechstunden.

Telemedizin wichtige Ergänzung für die Gesundheitsversorgung

Die wohl meisten einfacheren Krankheiten können auch in virtuellen Sprechstunden erkannt werden. Eine physische Untersuchung ist in den meisten Fällen nicht nötig und der Arzt kann auch während des Videotelefonats eine gute Diagnose stellen, Rezepte für Medikamente und sogar Krankschreibungen ausstellen. Zudem erhalten deutlich mehr Menschen durch Telemedizin Zugang zu einem Arzt. Befürworter der Fernbehandlung führen zudem regelmäßig an, dass diese Art der Untersuchung effektiver und kostengünstiger ist.

Zwar kann die Telemedizin nicht bei allen Krankheiten angewandt werden, doch ist sie bei vielen Erkrankungen sogar sinnvoll. Neben mobilitätseingeschränkten Patienten es für viele besonders die schambehafteten Krankheiten, für deren Untersuchung sie auf Fernbehandlung setzen.

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  • Quelle: red | Foto: Alterfines / Alterio Felines, Pixabay License
  • Erstellt am 06.08.2020 - 23:43Uhr | Zuletzt geändert am 07.08.2020 - 00:14Uhr
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