Mobil bleiben im Alter

Mobil bleiben im AlterZittau, 30. September 2019. Älter zu werden bedeutet für viele, mit eingeschränkter Mobilität leben zu müssen. Auch wenn es gesundheitlich insgesamt noch recht gut geht ist es doch oft so, dass aus unterschiedlichen Gründen die Beine nicht mehr so wollen, wie man es seit Kindheitstagen gewohnt ist. Wer dann weiter in seiner gewohnten Umgebung leben möchte, kommt über kurz oder lang um technische Hilfsmittel nicht herum.
Abbildung oben: Zum Glück nur eine Fotomontage, doch Treppen können im Alter zum Problem werden. Dann sind technische Lösungen gefragt

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Möglichst von Anfang an an Barrierefreiheit denken

Möglichst von Anfang an an Barrierefreiheit denken

Mobilitätslösungen für ebene Flächen gibt es viele, doch Stufen und Treppen können zu Herausforderungen werden

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Oft liegen die Ursachen für solche Bewegungseinschränkungen im Gelenkverschleiß, in Lähmungserscheinungen oder im Spitzfuß. Es scheint paradox: Zwar kann man noch als Kraftfahrer mit dem Auto fahren, aber Gehen und wohl noch öfter das Treppensteigen werden immer beschwerlicher.

Dass solche Einschränkungen einen selbst treffen können sollte man vor allem dann bedenken, wenn man für sich und seine Familie ein Haus baut oder eine Eigentumswohnung mit dem Gedanken zur Nutzung im Alter erwirbt. Im Grunde geht es darum, den Zugang und den gesamten Wohnbereich von Anfang an behindertengerecht zu gestalten. Wer beispielsweise seinen Hauseingang nicht ebenerdig hat, sondern – vielleicht um Geld beim Bau des Kellers zu sparen – diesen höher gesetzt hat und ihn damit nur über eine Treppe erreichen kann, wird sich irgendwann über das Treppensteigen ärgern.

Eine Überlegung zumindest ist es Wert, ein Haus ebenerdig mit nur einer Etage anzulegen und auf diese Weise auf Treppen ganz zu verzichten. Mehretagige Eigenheime können – eine weitere Überlegung – so konzipiert werden, dass man im Alter das obere Stockwerk vermietet und selbst in Parterre lebt. Bei Eigentumswohnungen, die gewöhnlich nur auf einer Etage liegen, spielt es hingegen eine Rolle, ob sie über einen Fahrstuhl erreichbar sind. Es ist schon so, dass man sich am ehesten noch auf einer Ebene bewegen kann, sei es nun mit Stock oder Krücke, mit Rollator oder Rollstuhl.

Wenn Treppen zum Hindernis werden

Doch was tun, wenn in Haus oder Wohnung die Treppe nun einmal gegeben ist, aber zunehmend zum schier unüberwindlichen Hindernis wird? Schon ein oder zwei Stufen genügen als Barriere, von einer richtigen oder gar gewendelten Treppe ganz zu schweigen. Vielleicht hat man sich ja extra eine Immobilie in Görlitz, dem Pensionopolis, oder im nicht minder interessanten Zittau gekauft, um hier seinen Lebensabend zu verbringen, doch sind besonders die historischen Gebäude in den Städten der Oberlausitz in aller Regel alles andere als barrierefrei.

Empfehlenswert ist folgende Vorgehensweise: Zunächst sollte man sich selbst Gedanken machen, welche technische Lösung wohl geeignet ist. Ein Sitz-Treppenlift kommt am ehesten in Frage, wenn jemand zwar noch laufen, aber nicht mehr Treppen steigen kann. Ist die Lauffähigkeit aber so sehr eingeschränkt, dass die Person bereits im Rollstuhl sitzt oder es absehbar ist, dass es so weit kommt, dann könnte ein Rollstuhl-Plattformlift die bessere Lösung sein, weil das oft mühsame Umplatzieren vom Rollstuhl auf den Liftsessel und zurück entfällt. Praktisch ist das vor allem im Außenbereich. Eine weitere Lösung ist eine Rollstuhl-Hebebühne, mit der Höhenunterschiede von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern überbrückt werden können. Wenn man sich im Vorfeld bereits mit den unterschiedlichen Möglichkeiten für einen Treppenlift befasst, hat man den Vorteil,, dass man später beim Beratungsgespräch mit den Fachleuten der Treppenlift-Anbieter, wenn es um die Auswahl eines Treppenlift-Modells geht, diese besser versteht und zielgerichteter befragen kann.

Jetzt kommt der vielleicht schwierigste Schritt: Einen qualifizierten Treppenlift-Anbieter, der zudem seriös im Preis ist, finden. Wer nach dem Zufallsprinzip auf Anzeigen reagiert, weiß nie, in wessen Armen er landet. Dieses Problem, den passenden Anbieter zu finden, haben sich pfiffige Online Anbieter zu eigen gemacht und bieten die Möglichkeit, Treppenlift-Anbieter vergleichen zu können – und zwar kostenlos. Hinterlegt sind zudem Tipps, worauf man bei Angeboten achten sollte, und Hinweise auf finanzielle Zuschüsse und Finanzierungsmöglichkeiten. Aufmerksamkeit ist übrigens geboten, wenn ein gebrauchter Treppenlifter angeboten wird: Besonders dann, wenn eine neue Fahrbahn für den Lift angefertigt werden muss, ist die Ersparnis meist nicht sonderlich groß und man wäre wohl – auch aus Sicht der Gewährleistung – mit einer komplett neuen Anlage besser bedient.

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  • Quelle: red | Foto Treppe: geralt / gerd Altmann, Foto Radfahrer: 3D-Maennchen / Peggy und Marco Lachmann-Anke, alle Pixabay License
  • Erstellt am 30.09.2019 - 19:26Uhr | Zuletzt geändert am 07.10.2019 - 16:27Uhr
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