Zittau erhält Beratungsstelle für Kultur- und Kreativschaffende

Zittau erhält Beratungsstelle für Kultur- und Kreativschaffende Zittau, 17. September 2017. Start ist am Donnerstag, dem 21. September 2017: Dann eröffnet Kreatives Sachsen, das Sächsische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, Zittau eine Beratungsstelle. Hier können ab Oktober in Zittau und Umgebung tätige Kultur- und Kreativschaffende und alle an der Branche Interessierten nach Terminvereinbarung kostenfrei monatlich stattfindende Orientierungsgespräche wahrnehmen.
Abbildung: Wen die Muse einmal geküsst hat, der ist von der Kultur- und Kreativwirtschaft nicht mehr weit entfernt.

Enormes Potenzial für Klein- und Mittelstädte

Enormes Potenzial für Klein- und Mittelstädte

Selbständige Kreative im Kulturbereich arbeiten, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, meist als Freiberufler, während die Kreativwirtschaft eher im gewerblichen Bereich verankert ist.

In den Orientierungsgesprächen soll fundierte Unterstützung beispielsweise bei der eigenen unternehmerischen Entwicklung, bei Marktzugängen, Ansiedlungen, Kooperationen und Vernetzungen gegeben werden. "Mit diesem kostenfreien Angebot sollen weitere Ansiedlungen von Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft produktiv sowie nachhaltig befördert werden", so die Ansprechpartnerin für Ostsachsen Claudia Muntschick in einer Mitteilung. Zur Eröffnung will sie Handlungsspektrum, Ziele und die künftigen Sprechtage von Kreatives Sachsen vorstellen. Außedem gibt es Erfahrungsberichte aus der Kreativwirtschaft der Region.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist in Sachsen in zwölf Teilbranchen gegliedert, beispielsweise Kunsthandwerk, Architektur, Software- und Games-Entwicklung sowie Werbung. Der Wirtschaftszweig hat mit deutschlandweit rund 250.000 Unternehmen, die zusammen mehr als eine Million Angestellte haben, laut Monitoringbericht des BMWi 2015 eine Bruttowertschöpfung von 65,5 Milliarden Euro erbracht. Das ist deutlich mehr als die chemische Industrie mit 42,9 Milliarden Euro oder auch die Energieversorger, die es auf 47,2 Milliarden Euro bringen.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft birgt dabei nicht nur für urbane Räume, sondern gerade auch für Klein- und Mittelstädte enormes Potenzial, denn klassische Wirtschaftszweige und Neuansiedlungen profitieren von der Innovationsfähigkeit der Branche, die als Auftragnehmer und verstärkt als Auftraggeber agiert. Angrenzende Wirtschaftsbereiche wie der Tourismus ziehen enorme Vorteile aus kreativwirtschaftlichen Dienstleistungen und überdies wirken sich kreative Orte positiv auf weiche Standortfaktoren aus – und damit auch auf die Lebensqualität.

Sachsen in der Pionierrolle

"Kreatives Sachsen" ist deutschlandweit die erste landesweite Fördereinrichtung für Kultur- und Kreativschaffende, die von den Verbänden der hiesigen Akteure selbst getragen wird. Seit der Gründung im Juni 2017 fungiert es sachsenweit als Ansprechpartner für AkteurInnen, Multiplikatoren, Politik und Verwaltung und bietet an 16 Orten im Freistaat regelmäßig kostenfreie Orientierungsgespräche und Vernetzungsmöglichkeiten an, um die Entwicklung der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft produktiv und nachhaltig zu befeuern.

Der Startschuss für das Sächsische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft fiel mit der Bewilligung des vorzeitigen Maßnahmebeginns durch die Sächsische Aufbaubank (SAB) am 1. März 2016. Damit erhielt der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. (LV) eine Anschubfinanzierung (bis zu 2,5 Millionen Euro bis einschließlich 2021 aus den Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) für den Aufbau eines selbstorganisierten Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft. Damit wurden zugleich Aktivitäten zur Unterstützung für die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft ermöglicht, die im Jahr 2016 ausgelaufen waren, weil das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes eine Neuausrichtung erfahren hatte. Zum Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. gehören die drei Vereine Kreatives Chemnitz e.V., Wir gestalten Dresden e.V. und Kreatives Leipzig e.V.

Wer zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehört

Die Kultur- und Kreativwirtschaft wurde durch eine Entscheidung der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) für die wirtschafts- und kulturpolitische Diskussion definiert und abgegrenzt. Unter der Bezeichnung Kultur- und Kreativwirtschaft (KKwi) werden entsprechend diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Gemäß dem Kulturwirtschaftsbericht 2008 für den Freistaat Sachsen umfasst die Kultur- und Kreativwirtschaft die zwölf Teilmärkte:
  • Kulturwirtschaft
    • Architekturmarkt
    • Buchmarkt
    • Darstellende Künste
    • Designwirtschaft
    • Filmwirtschaft
    • Kunstmarkt
    • Musikwirtschaft
    • Pressemarkt
    • Rundfunkwirtschaft
  • Kreativwirtschaft:
    • Software/Games-Industrie
    • Werbemarkt
    • Kunsthandwerk
Damit legt Sachsen recht großzügig aus, dass das Kunsthandwerk zur Kultur- und Kreativitätswirtschaft gehört. Sicherlich sind die Übergänge fließend.

Prädikat: Alle Interessenten unbedingt hingehen!
Donnerstag, 21. September 2017, 19 Uhr,
Freiraum Zittau, Innere Weberstraße 16, 02763 Zittau.
Eröffnung der Beratungsstelle von Kreatives Sachsen.

Claudia Muntschick betreut als Ansprechpartnerin für Ostsachsen die regelmäßigen Beratungs- und Vernetzungsangebote:
  • Bautzen: an jedem zweiten Dienstag im Monat
  • Dresden: jeden Montag
  • Görlitz: an jedem dritten Donnerstag im Monat
  • Hoyerswerda: jeden zweiten Donnerstag im Monat
  • Kamenz: jeden zweiten Mittwoch im Monat
  • Pirna: an jedem dritten Mittwoch im Monat
  • Zittau: ab dem 17. Oktober 2017 an jedem dritten Dienstag im Monat

Nötig:
Terminvereinbarung unter claudia.muntschick [ät] kreatives-sachsen.de oder Tel. 0371 - 56 07 94 69.

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