Wirtschaftsstandort Zittau auf MSV Maschinenbaumesse Brünn

Wirtschaftsstandort Zittau auf MSV Maschinenbaumesse BrünnZittau | Brünn (Brno), 4. Oktober 2016. Ausgerichtet auf tschechische und deutsche Unternehmen präsentiet sich morgen der "Wirtschaftsstandort Zittau" auf einer Fachveranstaltung, die zum Begleitprogramm der MSV Maschinenbaumesse Brünn gehört. Schwerpunkt dabei soll die Vorstellung des Kunststoffbranchen-Know-Hows in der Oberlausitz sein.

Kommentar: Warum ein großer Messeauftritt nicht immer sinnvoll ist

Wie das Amt für Wirtschaft – Tourismus – Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Zittau mitteilt, ist das ein relativ neuer, aber sich um so dynamischer entwickelnder Schwerpunkt der Region auf Oberlausitzer wie auch Böhmischer Seite: "Neben spezifischen technologischen Lösungen bieten die ansässigen Kunststoffunternehmen die komplette Palette der Produktentwicklung und -vermarktung – von der Einzel- und Serienfertigung bis hin zur Entwicklung von Baugruppen und Systemen."

In Zittau hat das Fraunhofer-Kunststoffzentrum Oberlausitz, das auch in Böhmen agiert, seinen Sitz. Hier wird zur Verarbeitung, Modifizierung und Anwendung von Kunststoffen und faserverstärkten Kunststoffen geforscht. Schwerpunkte sind dabei die generative Fertigung (Oberbegriff für die Verfahren des dreidimensionalen Druckens) von Kunststoffbauteilen, die Entwicklung von Halbzeugen aus endlosfaserverstärkten Thermoplasten, die Entwicklung funktionsintegrierender Kunststoffbauteile sowie die Elastomerverarbeitung.

Zugleich soll auf der MSV Maschinenbaumesse gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz und dem Ausbildungsverbund POLYSAX Fachkräftenachwuchs vorangebracht werden.

Mehr:
Mittwoch, 5. Oktober 2016, von 9.30 bis 15 Uhr,
Holiday Inn Hotel Brünn:
Fachprogramm "Maschinen- und Anlagenbau CZ 2016"

Kontakt zur Wirtschaftsförderung Zittau:
Tel. 0049 3583 - 75 21 66
E-Mail wirtschaftsfoerderung@zittau.de


Kommentar:

Ja, wo sind sie denn, die Kunststoff-Unternehmen der Oberlausitz? Der 148 Aussteller aus Deutschland auflistende Katalog der Brünner Maschinenbaumesse (Stand 15. August 2016) nennt davon gerade mal 17 ostdeutsche Betriebe, davon zwei aus der Oberlausitz, davon einer - die TSC-Wagner GmbH aus Oppach - der überhaupt etwas mit Kunststoff zu tun hat. Aber Vorsicht vor voreiligen Schlüssen: Auf einer Maschinenbaumesse treffen sich Maschinenbauer und deren Zulieferer bzw. Dienstleister - Kunststoffverarbeitung jedoch heißt aber Anwendung von Maschinen.

Entsprechend vorsichtig agieren die deutschen Maschinenbauer und weiter branchennahe Unternehmen. Auf Anfrage bestätigt Ivo Karrasch, Geschäftsführer der Berliner NICO GmbH Maschinen & Anlagen Konstruktion: "Eine allgemeine Messepräsenz in einem neuen Markt lässt kaum Ergebnisse erwarten, die sich später im Geschäft niederschlagen." In den NICO Geschäftsfeldern widme man sich lieber Spezialaufgaben, zum Beispiel, wenn es um schwingungsfeste Bauteile in der Bahntechnik, um Laser-Schweißtechnik bzw. deren Anwendung im konkreten Fall, die Optimierung des Strömungsverhaltens in Absaugungen oder Unterwasser-Maschinenelemente gehe. Weitere Dauerbrenner seien die Lärmminderung von Maschinen und die Verbesserung der Maschinensicherheit.

So gesehen ist die stellvertrende Präsenz der Oberlausitzer Kunststoffunterehmen auf einer Fachveranstaltung ein vernünftiges Kalkül. Verstörend hingegen bleibt zunächst dennoch die geringe Präsenz des mitteldeutschen und Berliner Maschinenbaus auf der nach eigenen Angaben "führenden Industriemesse Mitteleuropas".

Aber, Moment, war da nicht noch was? Ja, klar, die weltweit wichtigste Industriemesse, die Hannover Messe mit ihren Leitmessen.

Da treffen sich dann im kommenden Jahr alle, die in Brünn fehlen,

hofft Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Foto: jfobe1 / Jürgen Betz, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 04.10.2016 - 13:00 Uhr
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