Ein Siegel für Menschlichkeit:
Fair Trade Kaffee in Deutschland

Ein Siegel für Menschlichkeit: Fair Trade Kaffee in Deutschland Zittau, 14. Januar 2016. Kaffee ist das Symbolprodukt des fairen Handels und nach Erdöl das wichtigste Handelsprodukt. Von allen Fair Trade Produkten wird Kaffee am häufigsten verkauft. Und das mit gutem Grund.
Abbildung: Nach einer weißen Blüte wachsen am Kaffeestrauch als Früchte die sogenannten, im Bild noch unreifen Kaffeekirschen, die erst nach Ernte und aufwändiger Weiterverarbeitung zu den vertrauten Kaffeebohnen und dann zu Kaffeepulver gemahlen werden.

Große Armut, Hunger und Krankheit unter den Erntehelfern

Große Armut, Hunger und Krankheit unter den Erntehelfern

Geerntete Kaffeekirschen werden mechanisch vom Fruchtfleisch befreit und fermentiert - es entsteht der abgebildete Pergamentkaffee. Dieser muss noch geschält, poliert und sortiert werden, um als Rohkaffee meist per Schiff nach Europa zu gelangen.

Menschen, die fair gehandelten Kaffee kaufen, wollen etwas gegen die Armut in den Ernteländern tun. Aus ihr resultiert vor allem ungenügende Ernährung, die auch Krankheiten hervorbringt.

Eigentlich müsste dort niemand Hunger leiden. Doch das fruchtbare Land gehört wenigen Großgrundbesitzern, die sich die Felder angeeignet und dort Kaffee gepflanzt haben. Und auf diesen Feldern arbeiten die Tagelöhner.

Wie viel verdient ein Tagelöhner am Tag?


Ein ausdauernder Arbeiter kann bei günstigen Bedingungen bis zu 46 Kilogramm Kaffeekirschen pflücken und bekommt dafür etwa drei Euro. Damit sie mehr Geld verdienen, helfen auch die Kinder mit. An manchen Tagen läuft es nicht so gut und eine dreiköpfige Familie verdient nur knapp zwei Euro. Zum Glück sind frisches Obst und Gemüse in Guatemala günstig. Aber Fleisch ist teuer. Und ein Liter Milch kostet fast einen Euro.

Fair Trade: der faire Handel

Das fairer Handel wichtig ist, wissen auch die Mitarbeiter von gourmesso.de, die ihre Kaffeekapseln nicht nur in Fair Trade, sondern auch in Bio Qualität verkaufen. Das ist wichtig, denn in Deutschland sind immer mehr Kaffeetrinker an den Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter interessiert. Sie haben die Möglichkeit, die Lebenssituationen einiger armer Familien deutlich zu verbessern, indem sie fair gehandelten Kaffee kaufen.

Bisher noch ein Nischenprodukt

Trotz aller Bemühungen ist der faire Handel bisher noch eine kleine Marktnische. Und das, obwohl es ihn bereits seit 1970 gibt. Bisher gehen lediglich zirka drei Prozent des verkauften Kaffees in Deutschland mit einem Fair Trade Siegel über die Ladentische.

Wo gibt es Fair Trade Kaffee?

Wer fair gehandelten Kaffee kaufen möchte, hat deutschlandweit in mehr als 27.000 Supermärkten die Gelegenheit dazu. Auch bei einigen Discountern wird bereits Fair Trade Kaffee angeboten.

Was ist Fair Trade?

Auch große Unternehmen wie Starbucks kaufen Fair Trade Kaffee. Aber was bedeutet Fair Trade eigentlich? Bei fairem Handel werden die Bohnen unter anderem direkt beim Kleinbauern eingekauft, so dass Zwischenhändler ausgeschaltet werden und die Produzenten einen besseren Preis bekommen.

Fair Trade Städte

Das Thema Fair Trade beschäftigt so sehr, dass seit einiger Zeit Städte zu Fairtradestädten gekürt werden. Die Ehrung kommt ursprünglich aus England, wo die Kampagne 2001 ins Leben gerufen wurde.

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  • Quelle: red | Foto Kaffeestrauch: Zesty, Foto Pergamentkaffee: chrispie, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 14.01.2016 - 17:57 Uhr
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