Zittauer Landtagskandidaten für Rot-Rot-Grün

Zittauer Landtagskandidaten für Rot-Rot-GrünZittau, 28. August 2014. Einigkeit und Recht und Freiheit - so beginnt der Text der deutschen Nationalhymne, die - schon gewusst? - zur Melodie der österreichischen Kaiserhymne "Gott erhalte Franz, den Kaiser" gesungen wird. Zumindest Einigkeit demonstrierten gestern drei Zittauer Direktkandidaten zur bevorstehenden Landtagswahl. Recht und Freiheit haben sie ja dank Friedlicher Revolution dazu.

...wenn sie nicht völlig verantwortungslos sein soll?

Die Meldung ist kurz, aber aussagekräftig: Die Direktkandidaten der Linkspartei, von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD im Wahlkreis 60 waren sich gestern "einig, dass die CDU abgewirtschaftet hat". Jens Thöricht von der Linkspartei, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einer Landtagsabgeordneten (nicht etwa Bundestags-, wie ursprünglich geschrieben - danke Jens Thöricht für den freundlichen Hinweis) und als freier Journalist tätig ist, der Verkehrsexperte Matthias Böhm von Bündnis 90 / DieGrünen und Christian Lange von der SPD, Theologe im Ruhestand, sprachen sich deutlich für ein Rot-Rot-Grünes Bündnis aus.

Kommentar:

Mann muss die Welt ja nicht verstehen, es genügt schon, sie zu beschreiben.

Vor 68 Jahren verleibte sich die KPD - wohl auf Druck Moskaus - in der Sowjetischen Besatzungszone auf einem "Vereinigungsparteitag" die an Mitgliedern etwas stärkere SPD ein, es entstand die SED, die in der später gegründeten "DDR" eine Diktatur errichtete und sich nach mehrfacher Umbenennung heute "Die Linke" nennt. Etwa 5.000 Sozialdemokraten, die sich dieser Vereinigung widersetzen, kamen in Lager und Zuchthäuser.

Daran muss man die Vertreter der ersten deutschen Arbeiterpartei wohl ab und an erinnern. Und manchen Theologen auch an die Religionsfeindlichkeit der SED/Linkspartei, von der man nur durch das Bekenntnis zur "Kirche im Sozialismus" argwöhnisch toleriert wurde. Zivildienst übrigens gab es nicht unter dem SED-Regime, einziger Ausweg, dem Dienst an der Waffe zu entkommen, war es, Bausoldat - allgemein Spatensoldat genannt - zu werden. Frei entscheiden dafür konnte man sich nicht, das Motiv musste nachvollziehbar sein, oft genug wurden den Spatensoldaten später Studienplätze verwehrt.

Aber der Drang zur Macht blendet aus, was stört. So die Verfolgung der Aktivisten der Umweltbibliotheken durch die SED.

Immer wieder ist die Meinung zu hören, die heutigen Linken hätten mit der SED nichts mehr gemein. Falsch, denn der Umsetzung linker Ideen bedarf es des gleichen Instrumentariums, wie es die SED benutzte: Unterdrückung Andersdenkender, Zensur der Presse, Schaffung eines Bonzen-Apparates mit einem System persönlicher Bevorteilung und organisierter Verantwortungslosigkeit, Schädigung der Wirtschaft durch die Priorität sozialer Leistungen, Schaffung eines gesellschaftlichen Klimas von Misstrauen und Denunziation. Wer das nicht glaubt: Bisher wurden noch in jedem Land der Welt, in dem die Linken an die Macht kamen, die bürgerlichen Freiheiten massiv eingeschränkt.

"Sie sind der Meinung, dass Politik massiv etwas dagegen unternehmen muss, wenn sie nicht völlig verantwortungslos sein soll?", fragt der wackere SPD-Mann auf seinem Plakat.

Vielleicht meint er ja die Zusammenarbeit mit den Parteien des politischen Randspektrums, etwas anderes erschließt sich mir aus dem Foto nicht,

meint Ihr Fritz R. Stänker

P.S.: Ganz egal, wo Sie politisch stehen: Gehen Sie wählen! Wenn Sie auf Ihre Stimme verzichten, stärken Sie jene, die anderer Meinung als Sie selbst sind.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Falsche Behauptung

Von Jens Thöricht am 29.08.2014 - 12:21Uhr
Sehr geehrter Herr Stänker,

abgesehen von ihrem Kommentar, der alles andere als objetiv ist, behaupten Sie fälschlich, ich sei Mitarbeiter einer Bundestagsabgeordneten. Sie sollten genauer recherchieren damit Sie keine Unterlassungserklärungen abgeben müssen.

MfG
Jens Thöricht

Hallo Herr Thöricht,

stimmt, wir hatten Frau Gläß schon im Bundestag statt im Landtag verortet. Story, dass wir da zu hoch gegriffen haben, wird gleich korrigiert.
Und danke, dass Sie den Zittauer Anzeiger lesen.

Unsere Quelle:
"Seit 2009 arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Landtagsabgeordnete Heiderose Gläß."
http://jens-thoericht.de/mit-ganzer-kraft-fuer-unsere-oberlausitz/

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  • Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker | Bildquelle: Jens Thöricht
  • Zuletzt geändert am 28.08.2014 - 00:55 Uhr
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