Ausstellung zur Kulturhauptstadt 2024

Ausstellung zur Kulturhauptstadt 2024Zittau, 13. April 2018. Von Thomas Beier. Zittau, die Stadt im Oberlausitzer Dreiländereck, will – neben oder mit einer Stadt in Slowenien – Kulturhauptstadt Europas 2025 werden. Dieses Selbstbewusstsein steht der charmanten Stadt gut zu Gesicht. Im Kontext dazu haben Oberbürgermeister Thomas Zenker und Hochschulrektor Prof. Dr. phil. Friedrich Albrecht am vergangenen Dienstag eine Ausstellung zum österreichischen Projekt kulturhauptstadt2024.at eröffnet.
Abbildung oben: Wer in Zittau auf Spurensuche durch die Geschichte geht, wird fündig – in den Museen wie in der noch nicht hochglanzsanierten Altstadt.

Die Zittauer Bewerbung, die steht nicht schlecht

Die Zittauer Bewerbung, die steht nicht schlecht

Filmstadt Zittau: 2015 Dreharbeiten (u.a. mit Götz George) zum Hitlerfilm "Mein Kampf". Der habsburgische Charme der Stadt passte perfekt.

Sympathisch ist, dass diese Ausstellung aus Österreich den Bürgen nicht etwa "vorgesetzt" wird, sondern von der Bürgerschaft, die sie erstmals beim Zittauer Neujahrsempfang sehen konnte, regelrecht gewünscht wurde: "Wir möchten das in Ruhe ansehen!"

Zu sehen ist die Schau im lichtdurchfluteten Foyer des großen Hörsaalgebäudes. Hier erhalten die Besucher einen guten Einblick, welchen Aufwand , vor allem aber welche Chancen der Bewerbungsprozess um den Kulturhaupstadt-Titel mit sich bringt.

Bewerbungsprozess als Chance

Neben Zittau bereiten sechs weitere deutsche Städte ihre Bewerbung vor: Noch im Rennen sind Chemnitz, Nürnberg, Dresden, Hildesheim, Magdeburg und Hannover, das Handtuch geworfen haben aus Geldmangel zuletzt Koblenz und Kassel.

Der Weg ist das Ziel: Für Zittau bietet die Bewerbung die Chance, sich als Metropole der Dreiländereck-Region zu profilieren. Je nachdem, wie großzügig man den Zirkelradius einstellt, finden sich in dieser Region Städte wie Bautzen, Görlitz und Löbau, auf böhmischer Seite die Elbstädte Aussig (Ústí nad Labem), Leitmeritz (Litoměřice) und Melnik (Mělník), weiter östlich dann Jungbunzlau (Mladá Boleslav), Gablonz an der Neiße (Jablonec nad Nisou) und nicht zuletzt Reichenberg (Liberec). im polnischen Niederschlesien könnte die Region bis an Hirschberg (Jelenia Góra) und Bunzlau (Bolesławiec) heranreichen. Damit wäre auch ein Teil des Riesengebirges inbegriffen.

Die Kriterien für die Auswahl der Europa-Kulturhauptstädte finden sich auf diesen Themenfeldern:
  • Langzeitstrategie
  • Europäische Dimension
  • Kulturelle und künstlerische Inhalte
  • Umsetzungsfähigkeit
  • Erreichung und Einbindung der Gesellschaft
  • Verwaltung

Genauer betrachtet sind die Chancen des Spätstarters Zittau gar nicht so schlecht, insofern beim Titelzuschlag nicht auch dem Kriterium der Vermarktbarkeit des Kulturhauptstadtjahres, das – spekulativ behauptet – im Jahr 2010 Görlitz im Rennen gegen Essen das Genick gebrochen haben dürfte, eine ausschlaggebende Rolle spielt. Eine besondere Chance Zittaus ist zweifelsohne der europäische Charakter der Stadtgeschichte und vor allem der heutigen Region in Verbindung mit dem Zusammenleben der Bewohner. Dabei dürfen Problemfelder nicht ausgeklammert werden, sondern müssen strategisch eingebunden werden.

Zittau nicht – wie etwa die egozentrierte Görlitzer Bewerbungsnabelschau – als kultureller Leuchtturm der Region, sondern als Initiator vieler Lagerfeuer, das wär's.

Prädikat: Hingehen!
Noch bis Donnerstag, 31. Mai 2018,
Peter-Dierich-Haus der Hochschule in Zittau (Haus Z IV), Theodor-Körner-Allee 16, 02763 Zittau:
Projekte zur österreichischen Kulturhauptstadt 2024

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  • Quelle: red / Thomas Beier | Fotos: © Zittauer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 13.04.2018 - 08:00 Uhr
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