Sendebeginn von Radio Oberlausitz International

Sendebeginn von Radio Oberlausitz InternationalZittau, 17. Januar 2018. Im Januar 2018 startete in Zittau die Radiostation "Radio Oberlausitz International" (ROI). Gesendet werden Programminhalte zu Oberlausitzer Besonderheiten, Interessantes aus aller Welt und Beiträge zum Amateurfubnk sowie zum Not- und Seefunk. Das Programm ist an jedem ersten Sonnabend im Monat von 20 bis 24 Uhr Mitteleuropäischer Zeit auf Kurzwelle 6.070 Kilohertz im 49-Meter-Band und täglich von 18 bis 24 Uhr im YouTube-Kanal als Livestream zu empfangen. Nachhören kann man Sendungen online.
Abbildung: Die alte Funkerweisheit "Eine gute Antenne ist der beste Hochfrequenzverstärker" gilt auch für die Kurzwelle, auf der Radio Oberlausitz International sendet.

Oberlausitzer Radioprojekt soll weiter ausgebaut werden

Oberlausitzer Radioprojekt soll weiter ausgebaut werden

Radio Oberlausitz International kann auch auf Kurzwelle grundsätzlich weltweit empfangen werden

Besonderheiten der Kurzwelle

Das 49-Meter-Band, das ist der Kurzwellenbereich, der auf älteren Radios und heute noch auf sogenannten Weltempfängern zu finden ist. Im Oberlausitzer "Tal der Ahnungslosen" wurde in diesem Wellenbereich zu Zeiten des Ostblocks gern "Radio Luxemburg", aus dem Radio Tele Luxemburg (RTL) entstand, empfangen – auf 6.090 Kilohertz. Radio Luxemburg gibt es längst nicht mehr, doch werden den Skalenzeiger ein kelines Stück weiterdreht, kann nun Radio Lausitz International empfangen.

Das verwendete Kurzwellenband, auf dem analog (mit Amplitudenmodulation im Gegensatz zur Frequenzmodulation bei bei der Ultrakurzwelle "UKW") gesendet wird, hat seine Vor- und Nachteile. Hauptvorteil ist die grundsätzlich weltweite Empfgangbarkeit: Kurzwellen werden an der Ionosphäre reflektiert und können so – vor allem tageszeitabhängig – die Welt sogar "mehrfach" umrunden, was der Hörer dann als Echoeffekt erlebt. Hauptnachteil ist die eingeschränkte Übertragungsqualität: Nicht nur, dass die Empfangsstärke schwanken kann und Störgeräusche eher die Regel sind, sondern die Übertragung mit 9 Kilohertz Bandbreite, was zwei sogenannten Seitenbändern von je 4,5 Kilohertz neben der eigentlichen Sendefrequenz entspricht, begrenzen den übertragbaren Frequenzbereich auf eben diese 4,5 Kiloherz und das auch noch in mono. Zum Vergleich: Der UKW-Rundfunk überträgt einen Hörbereich bis 15 Kilohertz. Menschen hören als Baby bis zu zirka 22 Kilohertz, im Laufe des Lebens lässt die hörbare Frequenzhöhe aber stark nach.

Eine Region strahlt aus

Zurück zum Format von Radio Oberlausitz International: Das Programm fokussiert auf die Besonderheiten der Oberlausitzer Region wie die Gebirgszüge des Zittauer Gebirges, des angrenzenden Riesengebirges mit der Schneekoppe, des Jeschken-Gebirges und des nahen Elbsandstein-Gebirges. In dieser Bergregion leben etwa eine Million Menschen. Flüsse wie die Elbe, die Spree und die Lausitzer Neiße entspringen hier. Außerdem sind die Sagengestalten der Region berühmt geworden: Rübezahl und Krabat kennt wohl jeder, auch der Nepomuk-Karasek ist beliebt.

Jedoch stellt das Programm von Radio Oberlausitz International nicht nur das Oberlausitzer Bergland vor, sondern berichtet gemeinsam mit Medien- und Liedermachern über die Oberlausitzer Mundart, über regionale Handwerks- und Textilkunst, über die Zittauer Schmalspurbahn und Oberlausitzer Lebensqualität.

Ein weiterer Programm-Schwerpunkt sind funktechnische Themen bis hin zum Not- und Katastrophenfunk. Durch Zusammenarbeit mit dem DARC, dem Deutschen Amateur- und Radioklub e.V., wird vieles zum Amateurfunk ebenso wie wichtige Inhalte zum Notfunk vorgestellt. Dabei stehen, wie bei Amateurfunkern üblich, die weltweite Völkerverständigung, Freude am Funksport und die Erlangung technischer Kenntnisse im Vordergrund. Radio Oberlausitz International fördert die Gewinnung neuer DARC-Mitglieder.

Eine technisch interessante Kooperation wurde mit Rico Bube-Förster eingegangen, der im Jahre 2001 aus seinem Hobby heraus die SATzentrale gründete und diese inzwischen zu einem umfangreichen Satelliten- und Medienportal ausgebaut hat. Das Portal ist über Ländergrenzen hinaus bekannt und sehr beliebt. Schon im Jahr 2014 ging die "SATzentrale – Dein Technikradio" on air. Dieser Technikkanal bringt sehr viele Medienmagazine, Amateurfunknachrichten und Dokumentationen, als auch Tests von Audio- und Videogeräten, Automagazine und Ratgebersendungen sind genauso Bestandteil wie die monatlich eigens produzierte Sendung "Technikmagazin".

Das SATzentrale-Internetradio wurde erst möglich mit der Mitarbeit vieler bekannter ehemaliger Radiomoderatoren und durch Kooperationen mit vielen in- und ausländischen TV- und Radiostationen sowie Fachzeitschriften. So wird auch Radio DARC von Anbeginn an Folge auf dem Sender wöchentlich wiederholt. Umrahmt wird das ganze Programm mit Musik von Piratensendern wie Radio Nordsee International. Zu empfangen ist die SATzentrale – Dein Technikradio weltweit im Web, per App und auf Kurzwelle.

Der Gründer

Der Inhaber von Radio Oberlausitz International, Andre Bräutigam, ist in Deutschland geboren und hat den handwerklichen Beruf des Rundfunk-Sendetechnikers erlernt und danach auf diesem Fachgebiet studiert. Im über 30-jährigen Berufsleben hat Bräutigam für internationale Hersteller der Hochfrequenztechnik und Betreibern weltweiter Sendestationen technische Lösungen entwickelt. Nach seiner Rückkehr in die Oberlausitz hat Bräutigam aus privaten Mitteln die Radiostation Radio Oberlausitz International ins Leben gerufen, nachdem alle medien- und GEMA-rechtlichen Zulassungen erteilt waren.

Bildeinblendungen

Mit dem Ziel, den Bekanntheitsgrad der Oberlausitz und des Funksportes zu erhöhen, wird das Radioprogramm ständig erweitert und verbessert. Dabei gibt es Unterschiede zu anderen Radiosendern: ROI überträgt während der Sendungen Bilder und Dokumente live, weil das Programm als YouTube-Livestream eingespielt wird. Diese Bildeinblendungen sind die Grundlage dafür, Hörerbeiträge und beitragsunterstützende Grafiken und Darstellungen in Zukunft auch auf der digitalen Kurzwelle zeitgleich zum Audiosignal anzubieten.

Die Besonderheit dieser Kommunikationsart des Bild-Radio wird von Radio Oberlausitz International genutzt, um öffentliche Veranstaltungen, Vorträge in Groß-Projektionen, Veranstaltungen aus dem Funksport und Berichte aus der Oberlausitz zu publizieren. Hörerbeiträge in Form von Bildern können während der Sendung eingeblendet werden.

Auch auf Kurzwelle digital

Zusätzlich zur analogen Ton-Aussendung auf Kurzwelle werden digitale Aussendungen auf 6.070 Kilohertz die Inhalte des Bild-Radios zugäglich machen.

Sendezeit wird erweitert

Im Verlauf des Jahres 2018 sollen die Ausstrahlungen von Radio Oberlausitz International auf Kurzwelle 6.070 Kilohertz durch eine Kooperation mit Channel292 bezüglich der Sendezeit erweitert werden. Sendeplätze außerhalb von Europa werden in Zusammenarbeit mit internationalen Radiostationen aufgebaut. Insgesamt ist die Programmerweiterung zum 24-Stunden-Format in Vorbereitung.

Sendeleistung steigt

Kurzwellensender benötigen eine relativ hohe Sendeleistung, die der Empfangsstabilität zutgute kommt. Aktuell wird mit 10 Kilowatt und 100 Kilowatt im 49-Meter-Band ausgestrahlt. Vorgesehen ist die Erweiterung der Sendefrequenzen wie auch der Sendeleistung.

Historische Quellen verfügbar

Weil Andre Bräutigam aktiv in der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens e.V. (GFGF) mitarbeitet, besteht für ihn der Zugang zu Archivdatenbanken, die umfangreiche historische Dokumente, Zeitungen, Bücher und technischen Unterlagen der Funktechnik und Funkgeschichte beinhalten.

Empfangsberichte

Wie im Amateurfunk üblich bestätigt Radio Oberlausitz International Empfgangsberichte zuverlässig und zeitnah mit einer speziellen Radio Oberlausitz International-Card (ROI - Card, analog zur QSL-Card / eQSL-Card).

Hörerbeiträge

Hörerbeiträge sind willkommen und werden bei Eignung gern gesendet.

Mehr:
www.radio-oberlausitz-international.de

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  • Quelle: red | Foto Antennen: Hans / Hans Braxmeier, Foto Radio: jkebbie / Joseph Kebbie, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 17.01.2018 - 08:54 Uhr
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